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Vaterland (1979)

Vata, is des wirklich wahr,
warst du wirklich a Sozi in die dreißger Jahr?
Warst du wirklich damals im Widerstand,
hast gekämpft gegns eigene Vaterland?
Vata, i muaß mi schama,
i möcht an andern Nama,
in der Schui, du glaubst ned, wia peinlich des is,
da hoaßens di an Kommunist.

Und der Bua träumt von Recht und Ordnung,
von an gsunden, graden Tritt,
und im Geist, da hört er´s marschieren,
und im Geist, da marschiert er scho mit.

Und der Vata woaß ned aus no ein,
so weit is scho kumma mit der Duckerei,
mit Kommunistenhatz und Berufsverbot
und Wirtschaftswunder und Arbeitsnot.
Da wehrst di dei Lebn lang gegen all den Schutt,
und dann machas dafür deinen Sohn kaputt.

Und der Vata nimmt si a Nacht lang Zeit
und verzählt dem Buam von der Unmenschlichkeit,
von Kriag, von KZ, von der Feigheit der Leit,
und er plärrt, paß auf, die macha si bald wieder breit!
Dann packt der Bua seine Sachen,
sagt: Vata, da muaß i doch lachen,
du kannst es doch überall lesen,
des is doch ganz anders gewesen.

Und dann träumt er von hohen Stiefeln
und von Männern aus Stahl und Granit,
und im Geist, da hört er Trompeten,
und im Geist, da marschiert er schon mit.

Und der Vata woaß ned aus no ein,
so weit is scho kumma mit der Duckerei,
mit Kommunistenhatz und Berufsverbot
und Wirtschaftswunder und Arbeitsnot.
Da wehrst di dei Lebn lang gegen all den Schutt,
und da machas dafür deinen Sohn kaputt.

Und a paar Wocha später steht der Bua vor der Tür
und zittert und flüstert: I ko nix dafür,
die macha ernst, die basteln Granaten,
die redn von Volkssturm und Attentaten.
Vata, i muaß mi schama,
i möcht an andern Nama,
wir ham - i trau mirs gor ned sagn,
gestern nacht im Streit an Mo derschlagn.

Und der Vata denkt an früher,
hört die grausamen Stiefel marschieren,
und im Geist, da marschieren die noch immer,
und schon morgen ko des wieder passieren.

Und wia so vui andere kriagt er an Zorn,
was is bloß wieder aus Deutschland worn?
Mit Kommunistenhatz und Berufsverbot,
mit Wirtschaftswunder und Arbeitsnot.
Da wehrst di dei Lebn lang gegen all den Schutt,
da machas dafür deine Kinder kaputt.

Studioversion 1979 auf CD Das Beste - Zeitlos (1993), auf CD Das pralle Leben (1997) und auf CD Meisterstücke (2001)

Nachdruck und jedwede weitere Veröffentlichung nur mit ausdrücklicher schriftlicher Genehmigung der Rechteinhaber!

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Konstantin Wecker

IBAN: DE11 7016 9614 0105 0005 21

Verwendungszweck (bitte angeben): Studiokonzert Oktober 2020

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Zwei Konzerte von Konstantin Wecker am 2. und 10. Oktober 2020 

mit MusikerInnen seines Labels Sturm & Klang

 

Medienpartner

Spenden-Aufruf: Wir brauchen Eure Hilfe!

für die Streaming-Konzerte am 2.10.2020 und am 10.10.2020 jeweils um 20:30 Uhr | 

live & relive auf br.de/kultur, YouTube WeckersWelt & www.wecker.de

 

Liebe Freundinnen, liebe Freunde,

wir brauchen dringend eure Hilfe und deshalb bitte ich euch erneut um Unterstützung: Ihr wisst es ja alle, die Covid-19-Pandemie trifft besonders viele freie KünstlerInnen und MusikerInnen sehr hart. Leider wird es nun auch in den nächsten Monaten kaum Live-Konzerte geben können und wenn, dann nur mit wenigen ZuschauerInnen und damit sehr geringen Einkünften. Viele meiner KollegInnen wissen längst nicht mehr, von was sie in den nächsten Monaten ihre Mieten bezahlen sollen und wie es überhaupt weiter geht. Und außerdem haben wir alle eine große Sehnsucht nach unseren Liedern und unseren Fans!

Deshalb will ich gemeinsam mit vielen MusikerInnen meines Labels Sturm & Klang endlich wieder für euch spielen und singen: Am Freitag, dem 2. Oktober, und am Samstag, dem 10. Oktober 2020 jeweils um 20.30 Uhr bei zwei großen kostenlosen Streaming-Konzerten.

Mit mir auftreten werden KünstlerInnen meines Labels Sturm & Klang wie Tamara Banez, Miriam Green, Sarah Straub, Josef Hien, Vivek, Prinzessin & Rebell Erwin R. und Dominik Plangger: Sie werden alle jeweils ein Lied von mir – manchmal auch mit mir ­– und ein eigenes singen.

Ich werde erneut umsonst spielen, noch geht es bei mir: Doch für meine KollegInnen und vor allem für alle, die zum Gelingen eines Konzertes so überlebenswichtig sind wie unsere Studio- und Ton-TechnikerInnen, unsere Kameraleute und unser Team vom Regisseur bis zum Redakteur, brauche ich eure Spenden, damit wir die Unkosten und ihre Honorare, auf die sie angewiesen sind, decken können.     

Dank eurer großartigen Unterstützung konnten wir im März, April und Mai bereits drei tolle kostenlose Live-Streaming-Konzerte organisieren: Fast 325.000 Mal wurden diese drei Konzerte bisher angeschaut. Dazu kommen fast 140.000 BesucherInnen beim Live-Mitschnitt meines Willy 2020 - sie sind übrigens alle weiterhin auf wecker.de kostenlos abrufbar! Fast 70.000 € Spenden von euch haben damals unseren Studio- und TontechnikerInnen, aber vor allem auch den an den drei Konzerten beteiligten KünstlerInnen extrem geholfen, den Lockdown zu überstehen. Darüber hinaus konnten wir weitere notleidende KünstlerInnen meines Labels und humanitäre Projekt mit 27.500 € unterstützen.  

Leider wird in der aktuellen Krise vor allem wieder einmal die Luftfahrt-, Auto- und Rüstungsindustrie von unseren Steuergeldern unterstützt. Der freien und unabhängigen Kunst- und Kulturszene droht dagegen schon bald der Kampf ums nackte Überleben. Die Hilfen sind bisher meist Flickwerk. Und warum? Weil der Aufruf vieler PolitikerInnen zur „Solidarität“ leider nicht für alle gilt: Wann wird eigentlich endlich von all den vielen Immobilien-Investment-Gesellschaften und EigentümerInnen „gesellschaftliche Solidarität“ eingefordert? Während die einen ohne Einkommen immer ärmer werden, profitieren die anderen einfach weiter. Wäre es zu viel verlangt, wenn die Besitzenden bis zum Ende der Pandemie auf ihre ohnehin unverschämt teuren Mieten verzichten müssen? Das wäre eine sinnvolle Maßnahme gegen die sozialen Auswirkungen einer einzigartigen Pandemie: Wie viele Kulturprojekte, Clubs und KünstlerInnen würden diese Krise überstehen können, wenn sie nicht ihre letzten Reserven Miethaien in den Rachen werfen müssten (ich spreche nicht von privaten Vermietern, die hoffentlich schon längst ihren langjährigen Mietern von sich aus einen großzügige Mietnachlass gewährt haben)? Auch dafür wollen wir singen! 

Ich danke euch und freu mich unbandig auf unsere beiden Konzerte Anfang Oktober. Und wenn ihr uns mit einigen oder auch vielen Euros unterstützen könntet, würde uns das sehr helfen!

Euer

Konstantin

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