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Ich singe, weil ich ein Lied hab

Er war Sänger, wie andere Bäcker
oder Handelsvertreter sind.
Er verkaufte sehr gut, denn er hielt sich
an die Sonne, den Mond und den Wind.
Seine Welt war so herrlich gerade,
seine Hemden so weiß und so rein,
und er sang sich, ganz ohne zu zögern,
in die Seele des Volkes hinein.

Doch ganz plötzlich befiel ihn das Singen,
wie einen ein Fieber befällt,
so als hätte sich irgendwas in ihm
gegen ihn gestellt.
So als hätte sich seine Stimme
über ihn hergemacht
und das stumme Gestammel des Sängers
plötzlich zum Schweigen gebracht.

Ich singe, weil ich ein Lied hab,
nicht, weil es euch gefällt.
Ich singe, weil ich ein Lied hab,
nicht, weil ihr´s bei mir bestellt.
Ich singe, weil ich ein Lied hab.

Es gab viele, die hatten bis dato
ihr tägliches Brot an ihm,
und sie sahen die Sangesmaschine
aus ihren Fängen entfliehen.

Und die Mädchen verließen den Sänger,
und der Ruhm stieg dem nächsten ins Haupt,
und es wurde ihm einfach alles,
was früher für ihn war, geraubt.

Und so trug man den Sänger zu Grabe,
und ein neuer stieg lächelnd ins Land.
Er verkaufte sehr gut, denn er hatte
sich besser in der Hand.

Nur von weitem und etwas verschwommen,
schon zu leise, um noch zu bestehn,
sucht ein Lied sein Recht zu bekommen,
denn man kann es schon nicht mehr verstehn.

Ich singe, weil ich ein Lied hab,
nicht, weil es euch gefällt.
Ich singe, weil ich ein Lied hab,
nicht, weil ihr´s bei mir bestellt
Ich singe, weil ich ein Lied hab,
nicht weil ihr mich dafür entlohnt..
Ich singe, weil ich ein Lied hab,
und keiner, keiner, keiner wird von mir geschont.
Ich singe, weil ich ein Lied hab.


Liveaufnahme 1975 auf CD Das pralle Leben (1997) und auf CD Meisterstücke (2001)


Yo canto porque tengo vida

Fue cantante como oltros profetas
o tenderos de una calle gris,
y vendia muy bien sus canciones
con promesas de un mundo feliz
y cantaba con honestidad
y tocaba con sinceridad
y por eso a la gente del pueblo
le gustaba escucharlo cantar
mas enctonces le impuso ese amor
una duda tan fuerte y atroz,
que contraria a su buen corazon
puso en el una contradicion
una nube manchando su cielo
su coraje y su sinceridad
descubrio que cantar es terrible
si se piensa en vender nada mas.

Yo canto porque tengo vida
y no para agradarle a usted
yo canto porque tengo vida
y munca a pedido de usted,
yo canto porque tengo vida ...

Hubo muchos que bien se ganaron
con canciones, su techo y su pan
mas de pronto las musas se fueron
y no habran de cantar nunca mas
las muchachas dejaron de amar
los poemas del viejo cantor
y le ha sido robado aquel sol
que el sozaba desde su cancion
y asi fue que ya muerto el cantante
otro nuevo subio al pedestal,
y vendia mejor pues sabia
donde estaban las musas y el sol,
mas de lejos se escucha una voz
temblorosa intentando volver,
el derecho la impulsa a cantar,
la razon y una nueva verdad.

Yo canto porque tengo vida
y no para agradarle a usted,
yo canto porque tengo vida
y nunca a pedido de usted,
yo canto porque tengo vida
y no por temor a morir,
yo canto porque tengo vida
y a nadie, a nadie, a nadie yo protegere,
yo canto porque tengo vida.


Wörtliche Übersetzung des Textes von Heredia:

Er war Sänger wie andre Propheten
oder Händler in der grauen Stadt.
Seine Lieder voller Versprechen
einer glücklichen Welt verkaufte er gut.
Sein Gesang war so ehrlich,
sein Spiel so aufrichtig,
und deshalb gefiel es den Leuten,
seinen Liedern zuzuhören.
Doch dann pflanzte die Liebe in ihm
einen Zweifel so grausam und stark.
Und trotz seines gütigen Herzens
sah er, daß das Singen schlecht ist,
wenn man nur verkaufen will.

Ich sing, denn ich bin voller Leben,
nicht, weil ich Dir gefallen will.
Ich sing, denn ich bin voller Leben,
nicht, weil Du mich hören willst.
Ich sing, denn ich bin voller Leben ...

Ihr Dach und ihr Brot haben viele
mit Liedern sich einfach verdient.
Doch dann gingen die Musen und seither
verstummte ihr Gesang für immer.
Die Mädchen wollen die Lieder
vom alten Sänger nicht mehr hören.
Und die Sonne, von der sein Lied träumte,
wurde ihm gestohlen.
So betrat, als der Sänger schon tot war,
ein Neuer sein Postament.
Der verkaufte noch besser, denn er wußte,
wo die Musen waren und wo die Sonne.

Doch von ferne ertönt eine Stimme,
zitternd sucht sie den Weg zurück.
Weil sie recht hat, versucht sie zu singen
von neuer Wahrheit und der Vernunft.

Ich sing, denn ich bin voller Leben,
nicht, weil ich Dir gefallen will.
Ich sing, denn ich bin voller Leben,
nicht, weil Du mich hören willst.
Ich sing, denn ich bin voller Leben,
und nicht aus Angst vor dem Tod.
Ich sing, denn ich bin voller Leben,
nehme niemanden, niemand in Schutz.
Ich sing, denn ich bin voller Leben.

Nachdruck und jedwede weitere Veröffentlichung nur mit ausdrücklicher schriftlicher Genehmigung der Rechteinhaber!

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Zwei Konzerte von Konstantin Wecker am 2. und 10. Oktober 2020 

mit MusikerInnen seines Labels Sturm & Klang

 

Medienpartner

Spenden-Aufruf: Wir brauchen Eure Hilfe!

für die Streaming-Konzerte am 2.10.2020 und am 10.10.2020 jeweils um 20:30 Uhr | 

live & relive auf br.de/kultur, YouTube WeckersWelt & www.wecker.de

 

Liebe Freundinnen, liebe Freunde,

wir brauchen dringend eure Hilfe und deshalb bitte ich euch erneut um Unterstützung: Ihr wisst es ja alle, die Covid-19-Pandemie trifft besonders viele freie KünstlerInnen und MusikerInnen sehr hart. Leider wird es nun auch in den nächsten Monaten kaum Live-Konzerte geben können und wenn, dann nur mit wenigen ZuschauerInnen und damit sehr geringen Einkünften. Viele meiner KollegInnen wissen längst nicht mehr, von was sie in den nächsten Monaten ihre Mieten bezahlen sollen und wie es überhaupt weiter geht. Und außerdem haben wir alle eine große Sehnsucht nach unseren Liedern und unseren Fans!

Deshalb will ich gemeinsam mit vielen MusikerInnen meines Labels Sturm & Klang endlich wieder für euch spielen und singen: Am Freitag, dem 2. Oktober, und am Samstag, dem 10. Oktober 2020 jeweils um 20.30 Uhr bei zwei großen kostenlosen Streaming-Konzerten.

Mit mir auftreten werden KünstlerInnen meines Labels Sturm & Klang wie Tamara Banez, Miriam Green, Sarah Straub, Josef Hien, Vivek, Prinzessin & Rebell Erwin R. und Dominik Plangger: Sie werden alle jeweils ein Lied von mir – manchmal auch mit mir ­– und ein eigenes singen.

Ich werde erneut umsonst spielen, noch geht es bei mir: Doch für meine KollegInnen und vor allem für alle, die zum Gelingen eines Konzertes so überlebenswichtig sind wie unsere Studio- und Ton-TechnikerInnen, unsere Kameraleute und unser Team vom Regisseur bis zum Redakteur, brauche ich eure Spenden, damit wir die Unkosten und ihre Honorare, auf die sie angewiesen sind, decken können.     

Dank eurer großartigen Unterstützung konnten wir im März, April und Mai bereits drei tolle kostenlose Live-Streaming-Konzerte organisieren: Fast 325.000 Mal wurden diese drei Konzerte bisher angeschaut. Dazu kommen fast 140.000 BesucherInnen beim Live-Mitschnitt meines Willy 2020 - sie sind übrigens alle weiterhin auf wecker.de kostenlos abrufbar! Fast 70.000 € Spenden von euch haben damals unseren Studio- und TontechnikerInnen, aber vor allem auch den an den drei Konzerten beteiligten KünstlerInnen extrem geholfen, den Lockdown zu überstehen. Darüber hinaus konnten wir weitere notleidende KünstlerInnen meines Labels und humanitäre Projekt mit 27.500 € unterstützen.  

Leider wird in der aktuellen Krise vor allem wieder einmal die Luftfahrt-, Auto- und Rüstungsindustrie von unseren Steuergeldern unterstützt. Der freien und unabhängigen Kunst- und Kulturszene droht dagegen schon bald der Kampf ums nackte Überleben. Die Hilfen sind bisher meist Flickwerk. Und warum? Weil der Aufruf vieler PolitikerInnen zur „Solidarität“ leider nicht für alle gilt: Wann wird eigentlich endlich von all den vielen Immobilien-Investment-Gesellschaften und EigentümerInnen „gesellschaftliche Solidarität“ eingefordert? Während die einen ohne Einkommen immer ärmer werden, profitieren die anderen einfach weiter. Wäre es zu viel verlangt, wenn die Besitzenden bis zum Ende der Pandemie auf ihre ohnehin unverschämt teuren Mieten verzichten müssen? Das wäre eine sinnvolle Maßnahme gegen die sozialen Auswirkungen einer einzigartigen Pandemie: Wie viele Kulturprojekte, Clubs und KünstlerInnen würden diese Krise überstehen können, wenn sie nicht ihre letzten Reserven Miethaien in den Rachen werfen müssten (ich spreche nicht von privaten Vermietern, die hoffentlich schon längst ihren langjährigen Mietern von sich aus einen großzügige Mietnachlass gewährt haben)? Auch dafür wollen wir singen! 

Ich danke euch und freu mich unbandig auf unsere beiden Konzerte Anfang Oktober. Und wenn ihr uns mit einigen oder auch vielen Euros unterstützen könntet, würde uns das sehr helfen!

Euer

Konstantin

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