Konzert >>Poesie & Widerstand in stürmischen Zeiten!<<

Live Streaming am 11.04.2020 um 20:30 Uhr | br.de/kultur,

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Medienpartner

Liebe Freundinnen, liebe Freunde,

nach unserem letzten Streaming-Konzert am 22. März, das zu unserer großen Freude jetzt schon fast 40.000 Menschen gesehen haben und weil uns so viele Menschen so liebe und begeisterte Dankesbriefe und Mails geschrieben haben, haben wir uns nun entschieden, ein weiteres Konzert in eure Wohnzimmer zu senden. Wir spielen und singen für euch am Samstag vor Ostern, dem 11. April, und deshalb auch ganz im Sinne des Ostermarsches, der diesmal 60 Jahre alt wird. Der Ostermarsch hat einen langen Atem und wir werden und dürfen nicht ruhen, bis endlich alle Menschen in Frieden leben können. Jetzt ist es an der Zeit, den Stopp aller Rüstungsproduktionen und Rüstungsexporte zu fordern, und es ist Zeit für einen Waffenstillstand weltweit, ein Waffenstillstand, der vielleicht den Menschen zeigen würde, dass Frieden sehr viel erstrebenswerter ist.

Außerdem habe ich wieder mit meinem alten Freund Willy gesprochen und ihm so alles erzählt, was mit uns zur Zeit so alles geschieht. Unsere Medienpartner, unter anderem Münchenstift (13 Senioren- und Pflegeheime), können uns allerdings auch nicht finanziell unterstützen, und so habe ich mich entschieden, euch um Hilfe zu bitten. Ich werde weiterhin ohne Gage spielen, aber unsere Musiker*innen, Techniker*innen und alle, die auch im Vorfeld der Konzerte so großartig und leidenschaftlich mitgearbeitet haben, brauchen dringend eure Hilfe. Mir ist klar, dass es vielen von euch zur Zeit auch nicht so gut geht. Dennoch wäre es schön, wenn ihr auch kleine Summen spenden würdet. Sollten wir durch eure Hilfe mehr Geld zusammenbekommen als es für die beiden Konzerte für meine Mitarbeiter*innen angemessen ist, werden wir das Geld für weitere Livestreams verwenden und in große Not geratene KollegInnen unterstützen. Ich danke euch und freu´ mich auf unser Konzert. Es ist schon gar nicht so einfach für uns alte Bühnenmenschen, so lange nicht zu spielen. Wir scharren mit den Hufen :)

Euer
Konstantin

Hier könnt ihr weiter unser erstes Streamkonzert vom 22.03.2020 sehen:
Streamkonzert

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Alles das und mehr

Erstveröffentlichung

vaterland (2001)

Musik und Text

Konstantin Wecker
Konstantin Wecker

Abdruckrechte

Sturm & Klang Musikverlag GmbH / Chrysalis Music Holdings GmbH / Alisa Wessel Musikverlag

Sie wagt zu weinen mittendrin,
ein Stachel scheinbar ohne Sinn,
schreibt ohne Rücksicht auf Gewinn die tiefen Lieder,

zwar meistens wird sie überdeckt,
hinter Betriebsamkeit versteckt,
doch aus der Tünche taucht sie immer wieder.

Wohin du fliehst, sie beißt und nagt,
gibt keinen Frieden, hinterfragt,
die Professoren nennens Depressionen.

Dann hast du Angst allein zu sein
und sperrst dich in Gemeinschaft ein
und würdest lieber in dir selber wohnen.

Du spürst, sie will, dass man sich stellt,
vor allem dem, was nicht gefällt,
und du erkennst bald, deine Seele ist nur Leergut.

Wohin du flüchtest – du verbrennst,
wenn du sie nicht beim Namen nennst,
die Schwester deines Glücks – die Schwermut.

Ach wir verwechseln Sinn und Zweck
und cremen uns die Falten weg,
bewundern einzig und allein den eignen Nabel.

Egal wer dieses Spiel verliert,
wir bleiben gierig, ungeniert,
entscheidend ist: die Welt ist profitabel.

Doch wie du dich auch noch bemühst,
vor Eigennutz im Zorn erglühst,
um alles auf dein Weltbild zu beschränken,

sie ist es, die, noch wenn man stirbt,
den letzten Atemzug verdirbt,
um deinen Blick von dir auf andere zu lenken.

Du spürst, sie will dass man sich stellt,
vor allem dem, was nicht gefällt,
wenn du sie nicht mehr fühlst, dann bist du tot.

Selbst wenn du flüchtest, du verbrennst,
wenn du sie nicht beim Namen nennst,
denn sie ist weiter in der Welt – die Not.

Wer seine Werte selbst bestimmt
und wer sich auf sich selbst besinnt,
ist marktwirtschaftlich nicht mehr zu gebrauchen.

Das ist nicht gern gesehn zur Zeit.
Verdient wird an Beliebigkeit,
und schließlich muss der Schornstein immer rauchen.

Deshalb bleibt manches Lied gezielt
sich selbst umkreisend ungespielt.
Es könnte beim Verdrängen stören.

Und doch, wir können nicht umhin,
wir ahnen es tief in uns drin:
Es ist gefährlich, zu oft wegzuhören.

Du spürst: es will, dass man sich stellt
und nicht nur dem, was dir gefällt.
Es bleibt nur dies: Du musst dir alles geben.

Und wenn du flüchtest, du verbrennst,
wenn du es nicht beim Namen nennst.
Denn alles das und mehr: Das ist das Leben.

Nachdruck und jedwede weitere Veröffentlichung nur mit ausdrücklicher schriftlicher Genehmigung der Rechteinhaber!