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Wut und Zärtlichkeit

Mit dem Alter und der Plage
stellt sich irgendwann die Frage:
Ist es besser zu erkalten,
lässt man alles schön beim Alten?

Soll man sich die Wunden lecken,
legt sich in gemachte Betten,
statt die Kissen mit Gefühlen
alten Trotzes aufzuwühlen?

Oder kann man immer weiter
wachsam sein und dennoch heiter,
soll man weiter revoluzzen
oder doch Laternen putzen?

Kann man wütend sein und weise,
laut sein und im Lauten leise,
macht gerechter Zorn nicht müde,
ist vielleicht nur Attitüde?

Eines fügt sich doch zum andern,
nichts besteht für sich allein.
Flüsse, die getrennt mäandern,
leiben sich dem Meere ein.

Gut poliert erscheint das Schlechte
oft in einem Strahlenkranz.
Sei ein Heiliger, ein Sünder,
gib dir alles! Werde ganz!

Hab mich niemals an Gesetze,
Dogmen oder Glaubenssätze,
Führer, höhere Gewalten
ohne Widerspruch gehalten.

Und mich führ´n auf meiner Reise
zum Verstehen viele Gleise.
Zwischen Zärtlichkeit und Wut
tut das Leben richtig gut.

Menschen müssen sich verändern,
um sich selber treu zu sein.
Nur das Wechseln von Gewändern
kann kein wahrer Wandel sein.

Mancher sagt: Nur meditieren,
essen, was zum Boden fiel,
sich im Ganzen zu verlieren,
sei das wahre Lebensziel.

Andre ritzen ihren Armen
Hass und Rache blutig ein.
Sie sind viel zu schwer verwundet,
um im Herzen ganz zu sein.

Andre wiederum marschieren,
Fahnen werden stolz gehisst.
Und auch sie werden verlieren,
weil kein Sieg beständig ist.

Eines fügt sich doch zum andern…

Hoch gestiegen, tief gefallen,
zwischen Geistesblitz und Lallen
bin ich auf dem Weg zum Lieben
meinem Innern treu geblieben.

Denn mich führ´n auf meiner Reise
zum Verstehen viele Gleise.
Zwischen Zärtlichkeit und Wut
fasse ich zum Leben Mut.

Nachdruck und jedwede weitere Veröffentlichung nur mit ausdrücklicher schriftlicher Genehmigung der Rechteinhaber!

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Konstantin Wecker

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Zwei Konzerte von Konstantin Wecker am 2. und 10. Oktober 2020 

mit MusikerInnen seines Labels Sturm & Klang

 

Medienpartner

Spenden-Aufruf: Wir brauchen Eure Hilfe!

für die Streaming-Konzerte am 2.10.2020 und am 10.10.2020 jeweils um 20:30 Uhr | 

live & relive auf br.de/kultur, YouTube WeckersWelt & www.wecker.de

 

Liebe Freundinnen, liebe Freunde,

wir brauchen dringend eure Hilfe und deshalb bitte ich euch erneut um Unterstützung: Ihr wisst es ja alle, die Covid-19-Pandemie trifft besonders viele freie KünstlerInnen und MusikerInnen sehr hart. Leider wird es nun auch in den nächsten Monaten kaum Live-Konzerte geben können und wenn, dann nur mit wenigen ZuschauerInnen und damit sehr geringen Einkünften. Viele meiner KollegInnen wissen längst nicht mehr, von was sie in den nächsten Monaten ihre Mieten bezahlen sollen und wie es überhaupt weiter geht. Und außerdem haben wir alle eine große Sehnsucht nach unseren Liedern und unseren Fans!

Deshalb will ich gemeinsam mit vielen MusikerInnen meines Labels Sturm & Klang endlich wieder für euch spielen und singen: Am Freitag, dem 2. Oktober, und am Samstag, dem 10. Oktober 2020 jeweils um 20.30 Uhr bei zwei großen kostenlosen Streaming-Konzerten.

Mit mir auftreten werden KünstlerInnen meines Labels Sturm & Klang wie Tamara Banez, Miriam Green, Sarah Straub, Josef Hien, Vivek, Prinzessin & Rebell Erwin R. und Dominik Plangger: Sie werden alle jeweils ein Lied von mir – manchmal auch mit mir ­– und ein eigenes singen.

Ich werde erneut umsonst spielen, noch geht es bei mir: Doch für meine KollegInnen und vor allem für alle, die zum Gelingen eines Konzertes so überlebenswichtig sind wie unsere Studio- und Ton-TechnikerInnen, unsere Kameraleute und unser Team vom Regisseur bis zum Redakteur, brauche ich eure Spenden, damit wir die Unkosten und ihre Honorare, auf die sie angewiesen sind, decken können.     

Dank eurer großartigen Unterstützung konnten wir im März, April und Mai bereits drei tolle kostenlose Live-Streaming-Konzerte organisieren: Fast 325.000 Mal wurden diese drei Konzerte bisher angeschaut. Dazu kommen fast 140.000 BesucherInnen beim Live-Mitschnitt meines Willy 2020 - sie sind übrigens alle weiterhin auf wecker.de kostenlos abrufbar! Fast 70.000 € Spenden von euch haben damals unseren Studio- und TontechnikerInnen, aber vor allem auch den an den drei Konzerten beteiligten KünstlerInnen extrem geholfen, den Lockdown zu überstehen. Darüber hinaus konnten wir weitere notleidende KünstlerInnen meines Labels und humanitäre Projekt mit 27.500 € unterstützen.  

Leider wird in der aktuellen Krise vor allem wieder einmal die Luftfahrt-, Auto- und Rüstungsindustrie von unseren Steuergeldern unterstützt. Der freien und unabhängigen Kunst- und Kulturszene droht dagegen schon bald der Kampf ums nackte Überleben. Die Hilfen sind bisher meist Flickwerk. Und warum? Weil der Aufruf vieler PolitikerInnen zur „Solidarität“ leider nicht für alle gilt: Wann wird eigentlich endlich von all den vielen Immobilien-Investment-Gesellschaften und EigentümerInnen „gesellschaftliche Solidarität“ eingefordert? Während die einen ohne Einkommen immer ärmer werden, profitieren die anderen einfach weiter. Wäre es zu viel verlangt, wenn die Besitzenden bis zum Ende der Pandemie auf ihre ohnehin unverschämt teuren Mieten verzichten müssen? Das wäre eine sinnvolle Maßnahme gegen die sozialen Auswirkungen einer einzigartigen Pandemie: Wie viele Kulturprojekte, Clubs und KünstlerInnen würden diese Krise überstehen können, wenn sie nicht ihre letzten Reserven Miethaien in den Rachen werfen müssten (ich spreche nicht von privaten Vermietern, die hoffentlich schon längst ihren langjährigen Mietern von sich aus einen großzügige Mietnachlass gewährt haben)? Auch dafür wollen wir singen! 

Ich danke euch und freu mich unbandig auf unsere beiden Konzerte Anfang Oktober. Und wenn ihr uns mit einigen oder auch vielen Euros unterstützen könntet, würde uns das sehr helfen!

Euer

Konstantin

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