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Etwas wahnsinnig Schönes, Ermutigendes und Starkes

01.07.2020

Liebe Freundinnen, liebe Freunde!

Die Hilfsorganisation Human Projects hat in Nagold ihren „Löwenherz“-Friedenspreis an die Fridays-for-Future-Bewegung verliehen. Da ich 2016 selbst „Löwenherz“ Preisträger war, wurde ich gebeten, die Laudatio zu halten.
Das hab ich mit großer Freude getan.
Nach mir sprach der 18 jährige Ludwig Essig im Namen der Bewegung und ich war begeistert.
Was für eine kluge, warmherzige und sprachlich großartige Rede dieses 18 jährigen Schülers.
Diese engagierten und intelligenten jungen Menschen braucht die Welt so dringend.
Wie sagt Ludwig zu Recht in seiner Rede:
„Wir haben die größte, friedlichste und femininste Jugendbewegung, die es je gegeben hat erschaffen.
Es hat etwas wahnsinnig Schönes, Ermutigendes und Starkes, ein Teil dieser Bewegung sein zu können.“
Und ich hoffe so sehr, dass diese jungen Menschen aus den Fehlern meiner durchaus auch rebellischen Generation gelernt haben und weiter lernen werden.
Wo wir uns in blindwütigen ideologischen Kleinkriegen zerstritten haben und damit der Konterrevolution, dem Neoliberalismus mit seinen thinktanks ins offene Messer gelaufen sind, scheint diese Bewegung offen zu sein für wirkliche Gleichberechtigung: antirassistisch, pazifistisch und – ich hoffe sehr – auch anarchisch im Sinne der Utopie einer herrschaftsfreien Welt.
Ludwig geht auf ein Gymnasium bei Stuttgart und hat mir auf meine Bitte hin ein paar Stichpunkte seiner politischen Arbeit geschickt:
„Mit 15 Jahren erster Vortrag über die Gefahren einer neoliberalen Wirtschafts- und Handelspolitik (seitdem halte ich Vorträge)
Gründung des GREENTEAM Schwabenpower und einer FFF-Ortsgruppe
Sprecher Netzwerk für Gerechten Welthandel Baden-Württemberg
Sitz in kommunalem Gremium zur Erarbeitung von Wegen hin zu einer klimaneutralen Gemeinde
Mit 10 Jahren auf dem ersten Friedensmarsch „Zukunftsmacher“ (Auszeichnung von ARD und ZDF), für Engagement gegen Patentierung von Lebewesen und Gentechnik“
Sehr gefreut hat mich, wie sehr er auch in unserer Podiumsdiskussion betont hat, dass ihm und vielen seiner jungen Mitstreiter Poesie und Musik und ja – auch meine Lieder und Gedichte – Mut machen können, zu sich selbst zu stehen und weiter zu machen.
Es geht ums Tun und nicht ums Siegen.

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Konstantin Wecker

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