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Donnerstag, der 14. Mai 1009

14.05.1009

Ach Freunde, was ist nur mit Obama los!

Mit seiner Weigerung keine weiteren Bilder von Gefangenenmisshandlungen durch US-Soldaten herauszugeben, hat er eine gefährliche Kehrtwende vollzogen, in totalem Widerspruch zu seinem hoffnungsvollen und prächtig inszenierten Programm. Im Endeffekt läuft es darauf hinaus, dass die Amerikaner auch unter Obamas Präsidentschaft nicht auf ihre obszönen, menschenverachtenden und zutiefst undemokratischen Foltermethoden verzichten wollen.

Zwar hat Obama die Schließung des Gefangenenlagers Guantanamo angekündigt - aber Bagram in Afghanistan behält er bei.

Zwar hat er Folter und die Verhörmethoden unter Bush gleich nach Amtsantritt geächtet - doch über den geplanten juristischen Umgang mit Terrorverdächtigen gibt es Kontroversen und noch keine Klarheit.

Zwar hat das Weiße Haus die sogenannten Folter-Memos veröffentlicht, mit denen die Regierung Bush Misshandlungen juristisch den Weg ebnete - die Verfasser dieser Memos will die Regierung Obama aber nicht zur Verantwortung ziehen.
(spiegel online)

Folter ist ja nicht erst in der Ära Bush neu erfunden worden. Sie ist trauriger Bestandteil amerikanischer Verhörmethoden seit dem Zweiten Weltkrieg.

In seinem höchst empfehlenswerten Buch "Folter im 21.Jahrhundert" schreibt Alexander Bahar:

"Bekanntermaßen hatten die USA nach dem zweiten Weltkrieg keine großenSkrupel, sich die wissenschaftlichen Forschungen und Erkenntnisse der zuvor bekämpften Nazis zu eigen zu machen.....nach dem Krieg interessierte sich die US - Navy ganz besonders für die medizinischen Menschenversuche der Nazis im KZ Dachau.

Ihr vornehmliches Interesse galt den Experten des deutschen KZ Arztes Sigmund Rascher. Bei seinen grausamen "terminalen Versuchen" (Unterkühlungsversuche sowie Experimente mit aus Zuckerrüben gewonnenen Pektinen zur Blutgerinnung), die oft mit dem einkalkulierten Tod der Probanden endeten, hatte Rascher auf
russische oder polnische Kriegsgefangene zurückgegriffen. Auch bei einem Vergleich des von der Bush-Regierung etablierten Arsenals an Verhörtechniken und Rechtskonstruktionen mit denen der NS-Zeit ergeben sich frappierende Ähnlichkeiten. Die unbefristete Internierung von sogenannten ungesetzlichen feindlichen Kämpfern etwa erinnert unwillkürlich an die "Schutzhaft" - Praxis der Nazis, und die von der US-Regierung ausgegebene Sprachregelung der "harschen" oder "verbesserten" Verhörtechniken findet im Nazi-Neusprech der "verschärften Vernehmung" ihr Analogon...."


Natürlich haben diese unbeschreibbaren Grausamkeiten auch die Nazis nicht erfunden, sondern es sind unschwer die historischen Vorbilder aus dem Mittelalter zu erkennen.

Aber: Inquisition, "Drittes Reich" - man dachte doch lange, das alles wäre überwunden in den westlichen Demokratien? Die Menschheit sei in Anbetracht all des Elends sensibilisiert, aufgeklärt, vielleicht sogar erneuert?

Obama will versöhnen, heißt es, nur hat kein amerikanischer Präsident jemals radikal mit der Politik seines Vorgängers brechen können und wollen.

Aber wie will man jemals wirklich etwas verändern, wenn man sich nicht bedingungslos der eigenen Geschichte stellt?

Wie kann man sich versöhnen, wenn man nicht offenlegt, warum es überhaupt notwendig ist, sich zu versöhnen?

Alle, auch kleinste geistigen Verknüpfungen zur unmenschlichsten Epoche der Weltgeschichte - der Zeit des Nationalsozialismus - müssen radikal gekappt werden.

Die Nazis waren Antisemiten. Wir dürfen das nie mehr sein.

Die Nazis haben aus räuberischem Interesse Kriege geführt. Wir müssen den Frieden zum höchsten Gut erklären.

Die Nazis haben Bücher verbrannt. Wir müssen sie lesen.

Die Nazis haben Menschen verachtet. Wir müssen lernen sie zu lieben.

Die Nazis haben gefoltert. Für uns darf das nie und unter keinen Umständen eine Option sein.

P.S.

Ich hab mich wirklich sehr gefreut über eure Gästebucheinträge!

Liebe Liz - leider werden wir heuer - auch wenn es politisch notwendig wäre - in Finkenstein nicht auftreten. Ich muss dich auf nächstes Jahr vertrösten.

Und - liebe Anja - in Dresden bin ich in diesem Jahr vermutlich auch nicht mehr. (Dafür aber halte ich mir den 13. Februar 2010 frei, wenn es darum geht, die Nazis in Dresden zu stoppen!!)

Das Buch von Alexander Bahar ist bei dtv/premium erschienen:
"Auf dem Weg in ein neues Mittelalter?
Folter im 21. Jahrhundert"

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Konstantin Wecker informiert

YouTube Video

 

Konstantin Wecker informiert über Weckerswelt TV:

https://www.youtube.com/watch?v=4myDBl76K_w

Die Weckerswelt TV Homepage:

https://wecker.de/de/weckerswelt-tv.html 

Persönlicher Aufruf von Konstantin Wecker für Weckerswelt TV

Ein Leben – ganz – ohne Bühne ist für KünstlerInnen einfach nicht möglich. Und so habe ich mit meinem Team bereits kurz nach Beginn dieser globalen Pandemie für unsere Fans und alle FreundInnen von Poesie und Widerstand immer wieder Konzerte kostenlos gestreamt. Live und digital.

Es kam von Herzen und war in und aus der Not geboren: Wir waren von der umwerfenden Resonanz und dem riesigen Interesse überwältigt. Mittlerweile haben über 400.000 Menschen unsere Konzerte & Videoclips gesehen und gehört.
Wir nannten sie Poesie & Widerstand in stürmischen Zeiten.  

Es war uns ein Bedürfnis, schon bei unserem großen Antikriegskonzert am Ostersamstag zwei AktivistInnen der Kampagne „Rheinmetall entwaffnen!“ zu Wort kommen zu lassen. Bei unserem Konzert zum 75. Jahrestag der Befreiung vom deutschen Faschismus am 9. Mai konnte ich u.a. mit der Musikerin, Holocaust-Überlebenden und unermüdlichen Antifaschistin Esther Bejarano persönlich sprechen. Das hat mir und uns sehr viel Freude gemacht! Diese Erfahrungen haben mit dazu beigetragen, eine lang gereifte Idee lebendig werden zu lassen:

Weckerswelt TV
Poesie und Widerstand in stürmischen Zeiten

Dieses neue TV-Format wollen wir ab 2021 für alle kostenlos auf YouTube streamen. Ich werde mit Kolleginnen und Kollegen musizieren, Gedichte lesen und mit klugen und empathischen Gästen und GastmoderatorInnen anarchischen Gedanken freien Lauf lassen.

Das wird poetisch, menschlich, direkt und immer auch kritisch – einfach 60 Minuten meine Weckerswelt pur: voller Lieder, Poesie, Gedanken, eingespielten Beiträgen und spannenden Gesprächen mit Leidenschaft, Anarchie und Empathie.

Versprochen: Ich höre also nicht auf zu träumen von einer herrschaftsfreien, solidarischen Welt ohne Patriarchat und mit sozialer Gerechtigkeit für alle Menschen. Das bleibt mein Motto auch für unser neues Projekt.
Und dafür brauchen wir wieder einmal eure große Unterstützung:

Wir wollen mindestens drei Mal im Jahr kostenlos für alle Interessierten auf YouTube unser TV-Magazin Weckerswelt TV für Euch streamen.
Mit eurer Unterstützung könnten wir es schaffen, unabhängig und werbefrei zu bleiben und so garantiert kritisch und kreativ zu sein.

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Hier bekommt ihr alle Informationen und könnt ein Patron werden:
www.patreon.com/weckerswelt_tv

Wem das zu kompliziert ist, kann uns selbstverständlich auch ganz klassisch unterstützen (Infos auf www.wecker.de/weckerswelttv)

Vielen Dank für eure Unterstützung, ich freue mich auf unsere erste Sendung in 2021!

Euer Konstantin

Weckerswelt TV
Poesie und Widerstand in stürmischen Zeiten

gestreamt & kostenlos für alle




 

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