Biografie

Bekannt wurde der in München geborene, bereits seit mehr als 50 Jahren im deutschsprachigen Raum aktive Konstantin Wecker mit seinen Liedern und Konzerten, in denen es ihm sein Leben lang das wichtigste Anliegen ist, authentisch zu bleiben und sich für eine mitmenschliche, gleichberechtigte und herrschaftsfreie Gesellschaft einzusetzen. Mal streitbar, mal besinnlich, mal sanft, mal explosiv – aber immer leidenschaftlich: So kennt und liebt das Publikum den Poeten und Musiker. Wer ihn nur als Liedermacher wahrnimmt, übersieht sein ungemein vielfältiges weiteres Schaffen. Er komponiert für Film, Fernsehen und Musiktheater, als Schriftsteller veröffentlicht er Prosa und Lyrik, und einige markante Film- und Fernsehrollen als Schauspieler ergänzen die künstlerische Bandbreite.

Leben


Konstantin Wecker, Liedermacher, Komponist, Schriftsteller, Schauspieler und Blogger, wuchs als Einzelkind (Eltern Alexander und Dorothea Wecker) in München-Lehel auf. Er lernte Klavier, Gitarre und Geige und sang auch solistisch im Rudolf-Lamy-Kinderchor, unter anderem im Film "Die Trapp-Familie in Amerika".

1980 bis 1988 war er mit Carline Seiser verheiratet. 1980 bis 1984 zog er mit Musikern und Freunden in die Toskana. 1996 heiratete er Annik Berlin. Aus dieser Ehe stammen Valentin (geboren 1997) und Tamino (geboren 1999).

Durch Künstlervorbilder inspiriert, suchte Konstantin Wecker Erfahrung mit Drogen, die ihn 1995 kurzzeitig ins Gefängnis brachten und 2000 zu einem Urteil in dritter Instanz zu einem Jahr und acht Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung führten. Die Drogenerfahrungen beschrieb er in den "Ketzerbriefen eines Süchtigen" (1981), im Roman "Uferlos" (1992) und im auch in Buchform veröffentlichten Vortrag „Es gibt kein Leben ohne Tod – Drogenabhängigkeit aus der Sicht eines Betroffenen“ zur 71. Jahrestagung der Bayerischen Nervenärzte (Erlangen 1997).

Seit 2006 lehrt Konstantin Wecker Songwriting für Studierende in München, Würzburg und an der Universität Koblenz-Landau (Gastprofessur 2018). In seinem Musiklabel "Sturm & Klang" setzt er sich seit 2014 verstärkt für den Liedermacher-Nachwuchs ein.

Konstantins Leitsätze

1

Die Utopie einer herrschaftsfreien Welt

2

Es geht ums Tun und nicht ums Siegen

3

Den Parolen keine Chance

Karriere

Frühe Jahre und Durchbruch

Nach Versuchen als Studiomusiker, in Rockbands sowie als Musicaldarsteller, folgten, inspiriert durch Franz-Josef Degenhardt und Georg Kreisler, 1973 die erste LP und Konzerte in der Münchner Lach- und Schießgesellschaft.

Durchbruch 1977 mit der Ballade "Willy", Deutscher Kleinkunstpreis 1977. Viele weitere Preise, darunter der Kurt-Tucholsky-Preis 1995. Theater- und Filmmusikkompositionen, unter anderem für Helmut Dietls "Kir Royal" (1986) und "Schtonk" (1992). Erste Schauspielerfahrungen in Softsexfilmen, ab 1979 ("Schwestern oder die Balance des Glücks") vielfach seriöse Filmrollen.

Theater- und Filmmusikkompositionen, unter anderem für Helmut Dietls "Kir Royal" (1986) und "Schtonk" (1992). Erste Schauspielerfahrungen in Softsexfilmen, ab 1979 ("Schwestern oder die Balance des Glücks") vielfach seriöse Filmrollen.

Erste Buchveröffentlichung 1978 "Ich will noch eine ganze Menge Leben", im Lauf der Jahre weitere Prosa- und Lyrikbände.   

Zeitlebens Solokonzerte am Klavier und am Dichtertisch. Auf Tournee ab 1974 mit dem "Team Musikon". Ab 1986 konzertierte Konstantin Wecker mit Jazzern wie Wolfgang Dauner und Charlie Mariano, ab 1992 in verschiedenen Besetzungen vom Duo bis zur Band und mit Orchester ("Classics" 1991 mit dem Münchner Rundfunkorchester, Ltg. Peter Herbolzheimer). 

Künstlerische Vorbilder und Förderer waren von Anfang an Hanns Dieter Hüsch und Dieter Hildebrandt, mit denen es auch mehrere Zusammenarbeiten gab, live und bei Schallplattenproduktionen. Konstantin Wecker arbeitete mit vielen weiteren Kolleginnen und Kollegen zusammen, unter anderem mit Gerhard Polt, Bettina Wegner, André Heller, Sigi Maron, Joan Baez und Mercedes Sosa (Tournee "Drei Stimmen" 1988).

Ab dem Jahr 2000

Weitere Albenveröffentlichungen und Tourneen folgten, darunter "Vaterland" (2001), "Wut und Zärtlichkeit" (2011), "Liedestoll" (zusammen mit Angelika Kirchschlager 2013), "Poesie und Widerstand" (2017) und "Utopia" (2021). Ab dem Jahr 2000 ging Konstantin Wecker mehrmals mit Hannes Wader auf Tournee. 2002 fand in Bielefeld ein auch auf CD veröffentlichtes Konzert mit Hannes Wader und Reinhard Mey zu Waders 60. Geburtstag statt. 2019 setzte Konstantin Weckers "Weltenbrand" Tournee mit der Bayerischen Philharmonie unter der Leitung von Mark Mast einen besonderen künstlerischen Markstein.

Seit 1998 umfangreiche Musical- und Musiktheater-Kompositionsarbeit, unter anderem "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" (1999), "Das Dschungelbuch Musical" (2002), das "Hundertwasser Musical" (2004), zusammen mit Christopher Franke und Nic Raine "Ludwig²" (2005), "Faust I und II" (2006/07), "Peter Pan - Fliege deinen Traum" (2008) und "Oliver Twist" (2015).

Zu den vielbeachteten Buchveröffentlichungen seit 2000 gehören der Roman "Der Klang der ungespielten Töne" (2004), die Biografien "Die Kunst des Scheiterns" (2007) und "Das ganze schrecklich schöne Leben" (2017) sowie der Gedichtband "Jeder Augenblick ist ewig" (2011, erweitert 2015).

Seit Beginn der Corona-Pandemie bot Konstantin Wecker mehrere Livestreamkonzerte im youtube-Kanal weckerswelt an, darunter im Oktober 2020 eines mit fast allen Künstlerinnen und Künstlern seines Labels Sturm & Klang.

Politisches Engagement


Zeitlebens sozialpolitisches, antifaschistisches und pazifistisches Engagement, u.a. "Künstler für den Frieden" (1982), Irakreise 2003 mit der "Kultur des Friedens", Antifa-Tournee 2006, Demos gegen "Stuttgart 21" (ab 2010), Einsatz für die "Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes" (ab 2015) und gegen deutsche Waffenlieferungen im Ukrainekrieg (2022).

Auf die ersten rechtsradikalen Anschläge nach der Wende reagierte Konstantin Wecker mit dem Lied "Sage Nein!" und mit der "Ballade von Amadeu Antonio Kiowa" an Willys Grab. Weitere "Willy"-Talking-Blues-Fortsetzungen folgten. 

Konstantin Weckers solidarischer Einsatz für die Flüchtlinge speziell seit der Flüchtlingskrise 2015 manifestiert sich im Lied "Ich habe einen Traum".

Würdigungen für sein friedens- und sozialpolitisches Engagement (Auswahl): 2006 Weltmusikpreis Deutsche Ruth für das „Bagdad Kabul Projekt“, Erich-Fromm-Preis 2007 (zusammen mit Eugen Drewermann), 2015 Preis für "Solidarität und Menschenwürde", Erich-Mühsam-Preis 2016, Thomas-Nast-Gastprofessur der Universität Koblenz-Landau 2018 und Albert-Schweitzer-Medaille 2019.

Auf seiner Homepage wecker.de und auf seiner facebook Seite bloggt Konstantin Wecker zu politischen und gesellschaftlichen Themen.

Auszeichnungen
2021
Hermann-Sinsheimer-Preis 2021
Stadt Freinsheim

Ehrenkünstler des König Albert Theaters Bad Elster
König Albert Theater Bad Elster

2020
ethecon Ehrenmitglied
ethecon Stiftung Ethik und Ökonomie

2019
Solistenpreis
Schwarzwald Musikfestival

Albert-Schweitzer-Medaille
Albert-Schweitzer-Zentrum

2018
Göttinger Friedenspreis 2018
Stiftung Dr. Roland Röhl

Thomas-Nast-Gastprofessur
Universität Koblenz-Landau

ZMF-Ehrenpreis 2018
Zelt-Musik-Festival GmbH Freiburg im Breisgau

2017
Ehrenpreis des Landes Rheinland-Pfalz zum Deutschen Kleinkunstpreis 2017

Sonderpreis des Bayerischen Staatspreises für Musik
Staatsminister für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst (Bayern)

2016
Klavierspieler des Jahres
Bundesverband Klavier e.V. (BVK)

Erich-Mühsam-Preis 2016
Erich-Mühsam-Gesellschaft e.V.

1. Leonberger Löwe
Human Projects

2015
Preis für "Solidarität und Menschenwürde"
Bündnis für soziale Gerechtigkeit und Menschenwürde e.V.

2014
Medaille "München leuchtet"
Stadt München

2013
Ehrenpreis des Bayerischen Kabarettpreises
Bayerischer Rundfunk und Lustspielhaus München

2012
Liederpreis der Liederbestenliste für "Absurdistan"
Verein für deutschsprachige Musik eV (Berlin)

Ehrenpreis "Reif & bekloppt" des Kabarettpreises Prix Pantheon
Pantheon (Bonn)

2011
Aufnahme in die Karl Valentin-Gesellschaft
Karl Valentin-Gesellschaft (München)

2010
Kaleidoskopteller 2010
Künstlerkreis Kaleidoskop (München)

Schwabinger Kunstpreis (Ehrenpreis)
Kulturreferat München

Krenkl-Preis
SPD München Süd

Bayerischer Filmpreis 2009 Filmmusik Lippels Traum
Bayerische Landesregierung

2009
Goldener Rathausmann
Der Bürgermeister der Stadt Wien

Bayerischer Poetentaler
Die Turmschreiber

2007
Erich-Fromm-Preis 2007 (zusammen mit Eugen Drewermann)
Internationale Erich-Fromm-Gesellschaft

2006
Humor Orden von „Humor Care“
Gesellschaft zur Förderung von Humor in Therapie, Pflege, Pädagogik und Beratung

Weltmusikpreis Deutsche Ruth für das „Bagdad Kabul Projekt“

2005
Sigi Sommer Taler
Kunstpreis der Münchner Narhalla

2001
Ehrenmitgliedschaft "David gegen Goliath"
(Umweltschutzorganisation)

2000
Regenbogen-Award 2000
(Medienpreis Baden-Württemberg)

1995
Kurt-Tucholsky-Preis

1993
Südwestfunk Liederpreis

1992
Kritikerpreis für Classics

1990
Südwestfunk Liederpreis

1985
Südwestfunk Liederpreis

1979
Ernst Hoferichter Preis

1978
Deutscher Schallplattenpreis

1977
Deutscher Kleinkunstpreis
Liederpfenning am Rundy Ring
 

Weckers Leben

Eine Dokumentation


Eine Dokumentation über das Leben eines Ausreißers, eines Weltveränderers.
Den ganzen Film gibt es hier zu sehen.

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