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Wolfgang Bremer schrieb am 24. Oktober 2023
Unverhofftes Wiederaufleben einer alten Liebe Damit hatte ich nicht gerechnet. Ich hatte so etwas wie einen Best-Off-Abend erwartet. Auf den ich mich sehr gefreut hatte, das war es aber auch, weiter gingen meine Erwartungen nicht. Der große Saal in der Elbphilharmonie war zu ungefähr dreiviertel gefüllt, die Menschen waren fast alle älter als wir, aber nur ein wenig älter. Als erstes kam ein Lied, das ich am Ende erwartet hatte: "Willy". Das geht ja gut los, dachte ich. Und es ging so weiter, ein Erwartungsbruch nach dem anderen. Es war ein ganz persönlicher Abend, den Konstantin Wecker in der eher unpersönlichen Elphi mit seinem langjährigen Pianisten Jo Barnikel offensichtlich in sich ruhend auf die Bühne gebracht hat. Es ging herzlich um seinen Vater und seine Mutter, und er hatte eine ganze Menge Gedichte dabei. Er verwies dankbar auf einige seiner Vorbilder, Mentoren und Freunde wie Hans-Dieter Hüsch, Lucio Dalla, Mercedes Sosa, Reinhard Mey. Und Hannes Wader, dessen Song "Es ist an der Zeit" für mich der Höhepunkt des Abends war. Der Abend wurde lang, zu lang für einige, die in der wie immer zu hell erleuchteten Elbphilharmonie für alle sicht- und hörbar vor dem Ende gingen. Drei Stunden nach den ersten Tönen von Willy war Schluss. Ich hatte Konstantin Wecker nie ganz aus den Augen verloren. Aber das letzte Konzert, das ich gesehen hatte, war das am 9. September 1983, wie mir Google verrät, in Bad Segeberg auf der Freilichtbühne, das er dort gemeinsam mit Joan Baez gegeben hat. Oder sie mit ihm. Ich beobachtete seine Kokain-Sucht, sah, dass er in den letzten Jahren viel auf Tourneen war und machte in Lübeck einen Vinyl-Abend mit seinen Songs und denen von Reinhard Mey, Georg Danzer und Wolfgang Ambros. Wie gut, dass meine Frau sagte, da gehen wir hin, oder?, als sie... Weiterlesen
Unverhofftes Wiederaufleben einer alten Liebe Damit hatte ich nicht gerechnet. Ich hatte so etwas wie einen Best-Off-Abend erwartet. Auf den ich mich sehr gefreut hatte, das war es aber auch, weiter gingen meine Erwartungen nicht. Der große Saal in der Elbphilharmonie war zu ungefähr dreiviertel gefüllt, die Menschen waren fast alle älter als wir, aber nur ein wenig älter. Als erstes kam ein Lied, das ich am Ende erwartet hatte: "Willy". Das geht ja gut los, dachte ich. Und es ging so weiter, ein Erwartungsbruch nach dem anderen. Es war ein ganz persönlicher Abend, den Konstantin Wecker in der eher unpersönlichen Elphi mit seinem langjährigen Pianisten Jo Barnikel offensichtlich in sich ruhend auf die Bühne gebracht hat. Es ging herzlich um seinen Vater und seine Mutter, und er hatte eine ganze Menge Gedichte dabei. Er verwies dankbar auf einige seiner Vorbilder, Mentoren und Freunde wie Hans-Dieter Hüsch, Lucio Dalla, Mercedes Sosa, Reinhard Mey. Und Hannes Wader, dessen Song "Es ist an der Zeit" für mich der Höhepunkt des Abends war. Der Abend wurde lang, zu lang für einige, die in der wie immer zu hell erleuchteten Elbphilharmonie für alle sicht- und hörbar vor dem Ende gingen. Drei Stunden nach den ersten Tönen von Willy war Schluss. Ich hatte Konstantin Wecker nie ganz aus den Augen verloren. Aber das letzte Konzert, das ich gesehen hatte, war das am 9. September 1983, wie mir Google verrät, in Bad Segeberg auf der Freilichtbühne, das er dort gemeinsam mit Joan Baez gegeben hat. Oder sie mit ihm. Ich beobachtete seine Kokain-Sucht, sah, dass er in den letzten Jahren viel auf Tourneen war und machte in Lübeck einen Vinyl-Abend mit seinen Songs und denen von Reinhard Mey, Georg Danzer und Wolfgang Ambros. Wie gut, dass meine Frau sagte, da gehen wir hin, oder?, als sie den Konzerthinweis sah. Schön war es, die Tage vorher die alten Platten wieder zu hören. Unsere alten Lieblingslieder lebten neu für uns auf: "Ich lebe immer am Strand", "Wenn der Sommer nicht mehr weit ist" und "Genug ist nicht genug". Also kein Best-Off-Abend, sondern ein ganz besonderer Abend. Unsere Lieblingstitel hat er allesamt nicht gespielt. Aber soviel Spannendes, Berührendes und Mut machendes. Mut machend, das Leben zu leben, strikt antifaschistisch und freiheitlich zu denken. Laut seine Stimme zu erheben und die Menschen, die neben dem Mainstream ihr Leben leben, zu achten. Es war die Premiere dieses Programms, parallel läuft noch sein Programm Utopia 2.0. Auf Tour geht er mit Lieder meines Lebens im nächsten Jahr 2024. Dabei sein könnte sich lohnen. Ich habe jedenfalls die ganze Nacht mit einem wunderbaren Gefühl von seiner Musik geträumt. Wer nicht genießt ist ungenießbar. © Wolfgang Bremer - Mail: wolfgang.bremer1@gmx.de... Einklappen
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