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heike schrieb am 7. Dezember 2023
Bald ist nun Weihnachten, was mich veranlasst, einen Text aus dem Buch "Jesus Menschensohn" von Khalil Gibran wiederzugeben, weil Jesus und Khalil Gibran Utopisten waren, die ein Himmelreich auf Erden schaffen konnten, indem sie es lebten,. Ebenso wie all die zeitgenössischen Utopisten, die täglich die Dornen, aber auch Freude spüren können. In diesem Buch lässt Khalil Gibran Menschen, die Jesus kennengelernt hatten, von ihren Begegnungen mit ihm erzählen. Ich möchte hier die Worte von Joseph von Arimathäa widergeben: "Ihr fragt euch, welches Hauptziel Jesus verfolgte; ich will es euch gerne sagen, wenn auch niemand mit seinen Fingern das Leben des heiligen Weines berühren oder den Lebenssaft sehen kann, der die Zweige nährt. Obgleich ich von Seinen Trauben aß und den neuen Wein aus der Weinkelter kostete, kann ich euch nicht alles berichten. Ich kann nur erzählen, was ich von Ihm weiß. Unser geliebter Meister lebte nur drei prophetische Jahreszeiten; es waren: der Frühling Seiner Lieder, der Sommer Seiner Ekstase und der Herbst Seiner Passion; und jede dieser Jahreszeiten währte tausend Jahre. Den Frühling Seiner Lieder verbrachte Er in Galiläa. Hier versammelte Er Seine Freunde um sich an den Küsten des blauen Sees, und hier sprach Er zum ersten Mal vom Vater, von unserer Erlösung und unserer Freiheit. Am See von Galiläa verloren wir uns und fanden unseren Weg zum Vater. Oh, welch ein winzig kleiner Verlust, der sich in einen solchen Gewinn verwandelte! Hier vernahmen unsere Ohren den Gesang der Engel, der uns einlud, das trockene und unfruchtbare Land zu verlassen und dafür in den Garten unserer Herzenswünsche einzutreten. Er sprach von Feldern und grünen Weiden, von den Hügeln des Libanon, wo die weißen Lilien die Karawanen nicht zu fürchten brauchen, die im Staub der Täler vorbeiziehen. Er sprach vom wilden Rosenstrauch, der die Sonne anlächelt und seinen Duft in... Weiterlesen
Bald ist nun Weihnachten, was mich veranlasst, einen Text aus dem Buch "Jesus Menschensohn" von Khalil Gibran wiederzugeben, weil Jesus und Khalil Gibran Utopisten waren, die ein Himmelreich auf Erden schaffen konnten, indem sie es lebten,. Ebenso wie all die zeitgenössischen Utopisten, die täglich die Dornen, aber auch Freude spüren können. In diesem Buch lässt Khalil Gibran Menschen, die Jesus kennengelernt hatten, von ihren Begegnungen mit ihm erzählen. Ich möchte hier die Worte von Joseph von Arimathäa widergeben: "Ihr fragt euch, welches Hauptziel Jesus verfolgte; ich will es euch gerne sagen, wenn auch niemand mit seinen Fingern das Leben des heiligen Weines berühren oder den Lebenssaft sehen kann, der die Zweige nährt. Obgleich ich von Seinen Trauben aß und den neuen Wein aus der Weinkelter kostete, kann ich euch nicht alles berichten. Ich kann nur erzählen, was ich von Ihm weiß. Unser geliebter Meister lebte nur drei prophetische Jahreszeiten; es waren: der Frühling Seiner Lieder, der Sommer Seiner Ekstase und der Herbst Seiner Passion; und jede dieser Jahreszeiten währte tausend Jahre. Den Frühling Seiner Lieder verbrachte Er in Galiläa. Hier versammelte Er Seine Freunde um sich an den Küsten des blauen Sees, und hier sprach Er zum ersten Mal vom Vater, von unserer Erlösung und unserer Freiheit. Am See von Galiläa verloren wir uns und fanden unseren Weg zum Vater. Oh, welch ein winzig kleiner Verlust, der sich in einen solchen Gewinn verwandelte! Hier vernahmen unsere Ohren den Gesang der Engel, der uns einlud, das trockene und unfruchtbare Land zu verlassen und dafür in den Garten unserer Herzenswünsche einzutreten. Er sprach von Feldern und grünen Weiden, von den Hügeln des Libanon, wo die weißen Lilien die Karawanen nicht zu fürchten brauchen, die im Staub der Täler vorbeiziehen. Er sprach vom wilden Rosenstrauch, der die Sonne anlächelt und seinen Duft in die Brise verströmt, die an ihm vorbeiweht. Dann sagte Er: "Die Lilie und die wilde Rose leben nur einen Tag, aber dieser Tag ist für sie wie eine in Freiheit verbrachte Ewigkeit." Eines Abend, als wir an einem Fluss saßen, forderte Er uns auf: "Betrachtet diesen Fluss und lauscht seinen Melodien! Unablässig sucht er das Meer; und wenn auch sein Suchen kein Ende hat, so singt er sein Geheimnis von Mittag zu Mittag. Möget ihr doch den Vater suchen, wie der Fluss das Meer sucht!" Dann kam der Sommer Seiner Ekstase, und der Juni Seiner Liebe umgab uns. Er sprach nur noch vom Mitmenschen, dem Nachbarn, dem Weggefährten, dem Fremden und den Spielgefährten unserer Kindheit. Er erzählte von dem Reisenden, der vom Osten nach Ägypten aufbricht, vom Bauern, der abends mit seinen Ochsen heimkehrt, und von dem unerwarteten Gast, den die Dämmerung an unsere Tür führte. Und Er sagte: "Euer Nachbar ist euer sichtbar gewordenes unbekanntes Ich. Sein Gesicht spiegelt sich in euren ruhigen Wassern, und wenn ihr die Wasseroberfläche betrachtet, werdet ihr euer eigenes Gesicht erkennen. Wenn ihr in die Nacht lauscht, werdet ihr ihn sprechen hören, und sine Worte werden das Klopfen eures eigenen Herzens sein. Verhaltet euch zu ihm, wie ihr wünscht, dass er sich euch gegenüber verhält. Dies ist mein Gesetz. Ich verkünde es euch und euren Kindern, und die wiederum sollen es ihren Kindern vermitteln, bis die Zeit ihrem Ende zuneigt und die Generationen zu existieren aufhören." An einem anderen Tag sagte Er: "Lebt nicht für euch allein. Ihr seid in den Taten anderer Menschen gegenwärtig, und sie sind täglich bei euch, ohne es zu wissen. Sie werden kein Verbrechen begehen, ohne dass eure Hände nicht daran beteiligt sind. Sie werden nicht fallen, ohne dass auch ihr strauchelt, und sie werden sich nicht erheben, ohne dass ihr mit ihnen aufsteht. Der Weg, der sie zum Heiligtum führt, ist auch euer Weg dorthin, und wenn sie die Wüste zum Ziel haben, werdet auch ihr euch der Wüste nähern. Ihr und euer Nachbar seid zwei Samenkörner, die ins gleiche Feld gesät sind. Zusammen werdet ihr aufwachsen und euch gemeinsam im Winde wiegen. Und keiner von euch wird das Feld für sich alleine beanspruchen. Denn eine Saat, die sich im Wachsen befindet, hat keinen Anspruch auf seine eigene Ekstase. Heute bin ich noch bei euch. Morgen wird mein Weg mich in den Westen führen. Aber bevor ich gehe, wiederhole ich, dass euer Nächster euer sichtbar gewordenes unbekanntes Selbst ist. Sucht ihn auf und begegnet ihm mit Liebe, damit ihr euch selber kennen lernt. Denn nur durch diese Erkenntnis werdet ihr zu meinen Brüdern." Es folgte der Herbst Seiner Passion. Er sprach zu uns über die Freiheit, wie Er es in Galiläa im Frühling Seiner Lieder getan hatte. Doch jetzt richteten sich Seine Worte an unser tieferes Verständnis. Er sprach von Blättern, die nur singen, wenn der Wind sie bewegt, vom Menschen, der einem Kelch gleicht, der vom Engel des Tages gefüllt wird, um den Durst eines anderen Engels zu löschen; und abgesehen davon, ob dieser Kelch gefüllt oder leer ist, soll er kristallklar auf der Tafel des Höchsten stehen. Er sagte: "Ihr seid der Becher, und ihr seid der Wein. Trinkt von euch bis zur Neige, dann erinnert euch an mich und euer Durst wird gestillt sein." Auf dem Weg in den Süden sprach Er zu uns: "Jerusalem, das stolz auf einem Gipfel thront, wird in die Tiefen der Hölle hinabstürzen, in jenes finstere Tal, und ich werde allein inmitten seines Elends stehen. Der Tempel wird dem Erdboden gleichgemacht werden, und aus seiner Vorhalle werdet ihr die Schreie der Witwen und Waisen hören; in der Eile der Flucht werden die Männer die Gesichter ihrer Brüder nicht erkennen, denn die Angst wird sie alle beherrschen. Doch selbst dort werdet ihr mich sehen, wenn sich zwei von euch begegnen, meinen Namen aussprechen und nach Westen blicken. Und ihr werdet euch an meine Worte erinnern." Als wir die Anhöhe von Bethanien erreichten, sagte Er: "Lasst uns nach Jerusalem gehen! Die Stadt erwartet uns. Ich werde auf einem Füllen reitend durchs Stadttor einziehen und zu der Menge reden. Dort gibt es viele, die mich zu fesseln suchen, sowie viele, die meine Flamme auslöschen wollen. In meinem Tod aber werdet ihr das Leben finden und frei werden. Sie werden den Lebenshauch suchen, der zwischen dem Herzen und dem Verstand schwingt, der Schwalbe gleich, die zwischen den Feldern und ihrem Nest hin und her schwebt. Doch mein Atem ist ihnen schon entflohen, und sie werden mich nicht besiegen. Die Mauern, die mein Vater um mich herum gebaut hat, werden nicht fallen, und das Land, das Er geheiligt hat, wird nicht entweiht werden. Wenn die Morgendämmerung anbricht, wird die Sonne mich krönen, und ich werde bei euch sein, um dem neuen Tag entgegenzugehen. Dieser Tag wird lang sein, und die Welt wird seinen Abend nicht erleben. Die Schriftgelehrten und Pharisäer behaupten, dass die Erde nach meinem Blut dürstet. Ich werde den Durst der Erde mit meinem Blut stillen. Aus seinen Tropfen werden Eichen und Ahornbäume wachsen, und der Ostwind wird ihre Eicheln und Samen auf das Umland tragen." Dann fuhr Er fort: "Judäa will einen König haben und gegen die Legionen Roms aufmarschieren. Ich aber werde nicht ihr König sein. Die Diademe Zions wurden für kleinere Stirnen angefertigt. Und der Ring Salomons ist zu eng für diesen Finger. Schaut meine Hand an! Seht ihr nicht, dass sie zu stark ist, um ein Zepter zu halten, und zu kraftvoll für ein gewöhnliches Schwert? Nein, ich habe nicht die Absicht, die Syrer gegen die Römer anzuführen. Ihr aber werdet mit meinen Worten sie Stadt wecken, und mein Geist wird zu ihrer zweiten Morgenröte sprechen. Meine Worte werden eine unsichtbare Armee sein mit Pferden und Streitwagen; ohne Beil und ohne Schwert werde ich die Priester von Jerusalem und seine Cäsaren besiegen. Ich will auf keinem Thron sitzen, auf dem Sklaven saßen, die andere Sklaven regierten. Ebenso wenig habe ich vor, gegen die Söhne Italiens ins Feld zu ziehen. Vielmehr werde ich ein Sturm an ihrem Himmel sein und ein Lied in ihrem Herzen. Und sie werden sich meiner erinnern. Sie werden mich Jesus, den Gesalbten, nennen." All dies sagte Er außerhalb der Mauern Jerusalems, bevor Er die Stadt betrat. Und Seine Worte bleiben bestehen, als wären sie mit einem Meißel gestochen worden." Jesus hat keine Menschen von seiner Liebe ausgeschlossen, nur die Heuchler mochte er nicht, die die anderen vorsätzlich ins Verderben führten. Davon erzählt eine andere Geschichte des Buches. Ein fröhliches Weihnachtsfest, wenn es soweit ist, für alle, und bis dahin noch eine schöne Adventszeit wünsche ich euch.... Einklappen
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