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heike schrieb am 13. Februar 2024
Nur die Poesie kann die Welt retten, hat Konstantin vor Kurzem gesagt. Und ich glaube, er hat damit. Auch Johann W. Goethe war dieser Meinung: "Man sollte alle Tage wenigstens ein kleines Lied hören, ein gutes Gedicht lesen, ein treffliches Gemälde sehen und wenn es möglich zu machen wäre, einige vernünftige Worte sprechen." Und gerade jetzt besucht mich ein kleiner Marienkäfer und krabbelt über meinen Arm. Ein Marienkäfergedicht habe ich gerade nicht zur Hand, aber ein lustiges von Christian Morgenstern: "Kürzlich kam ein Wort zu mir, staubig wie ein Wedel, wirr das Haar, das Auge stier, doch von Bildung edel. Als ich, wie es hieße, frug, sprach es leise: >Herzlich<. Und aus seinem Munde schlug, eine Lache schmerzlich. Wertlos ward ich ganz und gar, rief`s, ein Spiel der Spiele, Modewort mit Haut und Haar, Kaviar für zu viele. Doch ich wusch`s und gab ihm Wein, gab ihm wieder Würde, und belud ein Brieflein fein mit der leichten Bürde. Schlafend hat`s die ganze Nacht weit weg reisen müssen. Als es morgens aufgewacht, kam ein Mund - es küssen." Und zu guter Letzt noch eins von Else Lasker-Schüler, einer Frau, die auch aus scheinbar allen Rahmen gefallen war, aber deren Sehnsucht nach Leben ihr immer wieder Kraft gab (zusammen mit den Menschen, die sie begleiteten natürlich). Es heißt "Weltende". "Es ist ein Weinen in der Welt, als ob der liebe Gott gestorben wär, und der bleierne Schatten, der niederfällt, lastet grabesschwer. Komm, wir wollen uns näher verbergen ..., Das Leben liegt in aller Herzen wie in Särgen. Du, wir wollen uns tief küssen ... Es pocht eine Sehnsucht an die Welt, an der wir sterben müssen." Und noch ein letztes für heute. Ebenfalls von Else Lasker-Schüler: "Maienregen Du hast deine warme Seele um mein verwittertes Herz geschlungen, und all seine dunklen Töne... Weiterlesen
Nur die Poesie kann die Welt retten, hat Konstantin vor Kurzem gesagt. Und ich glaube, er hat damit. Auch Johann W. Goethe war dieser Meinung: "Man sollte alle Tage wenigstens ein kleines Lied hören, ein gutes Gedicht lesen, ein treffliches Gemälde sehen und wenn es möglich zu machen wäre, einige vernünftige Worte sprechen." Und gerade jetzt besucht mich ein kleiner Marienkäfer und krabbelt über meinen Arm. Ein Marienkäfergedicht habe ich gerade nicht zur Hand, aber ein lustiges von Christian Morgenstern: "Kürzlich kam ein Wort zu mir, staubig wie ein Wedel, wirr das Haar, das Auge stier, doch von Bildung edel. Als ich, wie es hieße, frug, sprach es leise: >Herzlich<. Und aus seinem Munde schlug, eine Lache schmerzlich. Wertlos ward ich ganz und gar, rief`s, ein Spiel der Spiele, Modewort mit Haut und Haar, Kaviar für zu viele. Doch ich wusch`s und gab ihm Wein, gab ihm wieder Würde, und belud ein Brieflein fein mit der leichten Bürde. Schlafend hat`s die ganze Nacht weit weg reisen müssen. Als es morgens aufgewacht, kam ein Mund - es küssen." Und zu guter Letzt noch eins von Else Lasker-Schüler, einer Frau, die auch aus scheinbar allen Rahmen gefallen war, aber deren Sehnsucht nach Leben ihr immer wieder Kraft gab (zusammen mit den Menschen, die sie begleiteten natürlich). Es heißt "Weltende". "Es ist ein Weinen in der Welt, als ob der liebe Gott gestorben wär, und der bleierne Schatten, der niederfällt, lastet grabesschwer. Komm, wir wollen uns näher verbergen ..., Das Leben liegt in aller Herzen wie in Särgen. Du, wir wollen uns tief küssen ... Es pocht eine Sehnsucht an die Welt, an der wir sterben müssen." Und noch ein letztes für heute. Ebenfalls von Else Lasker-Schüler: "Maienregen Du hast deine warme Seele um mein verwittertes Herz geschlungen, und all seine dunklen Töne sind wie ferne Donner verklungen. Aber es kann nicht mehr jauchzen mit seiner wilden Wunde, und wunschlos in deinem Arme liegt mein Mund auf deinem Munde. Und ich höre dich leise weinen, Und es ist - die Nacht bewegt sich kaum - als fiele ein Maienregen auf meinen greisen Traum." Herzliche liebe Grüße an alle guten Menschen! Ich denke ja immer, dass alle Menschen gut sind, nur die Umstände, unter denen sie zusammentreffen manchmal so fürchterlich werden, dass sie töten müssen, um zu überleben.... Einklappen
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