Freunde

Herzlich Willkommen im Bereich für alle Freunde der Musik von Konstantin Wecker. Hinterlasst in diesem Bereich gerne das, was euch auf dem Herzen liegt. Bitte beachtet jedoch, dass wir die Beiträge erst freigeben müssen und sie daher nicht sofort erscheinen. Alle Kommentare, die voll von Beleidigungen und Hass sind werden wir selbstverständlich nicht veröffentlichen.

Neuer Gästebucheintrag

 
 
 
 
 
Mit * gekennzeichnete Felder sind erforderlich. Ich ermächtige Konstantin Wecker, meine personenbezogenen Daten elektronisch zu speichern. Konstantin Wecker versichert, diese Daten mit höchster Vertraulichkeit zu behandeln und nur für interne Zwecke zu verwenden. Eine Abgabe an Dritte wird ausgeschlossen.
heike schrieb am 1. März 2024
Heute folgt das zweite Kapitel der Erzählung "Wovon die Menschen leben" von Leo Tolstoi: "Semion ging auf den Menschen zu und betrachtete ihn: es war ein junger, kräftiger Mann, der gar nicht verwundet, sondern nur erfroren und verängstigt schien; er saß noch immer auf dem Boden, an die Kapelle gelehnt, und sah Semion gar nicht an; er war wohl so schwach, dass er die Augen nicht öffnen konnte. Erst als Semion ganz dicht vor ihm stand, kam der Mann zur Besinnung, wendete den Kopf nach ihm um, schlug die Augen auf und sah ihn an. Durch diesen Blick gewann Semion den Nackten lieb. Er warf die Filzstiefel auf die Erde, löste seinen Gürtel, legte ihn auf die Filzstiefel und zog den Kaftan aus. "wir wollen nicht lange reden", sagte er. "Ziehe den Kaftan an. Machs schnell!" Semion ergriff den Mann am Ellbogen und half ihn aufstehen. Der Mann erhob sich. Semion sah einen feinen sauberen Körper, dessen Glieder weder verwundet noch verrenkt waren, und ein frommes und rührendes Gesicht. Semion warf ihm einen Kaftan über die Schultern. Die Arme wollten nicht in die Ärmel geraten. Semion half ihm die Arme in die Ärmel stecken, schlug ihm den Kaftan vorne zusammen und band ihm seinen Gürtel um. Semion nahm dann seine zerrissene Mütze vom Kopf, um sie dem Nackten aufzusetzen. Ihm fror aber gleich der Kopf, und er überlegte sich: "Ich habe eine Glatze, ihm hängen aber lange Locken an den Schläfen herab." Er setzte sich seine Mütze wieder auf. "Ich will ihm lieber die Filzstiefel geben." Er ließ ihn niedersetzen und zog ihm die Stiefel an. Als der Schuster ihn so bekleidet hatte, sagte er ihm: "Ja, so ist es, Bruder. Nun rühre dich, um dich zu erwärmen. Was dir geschehen, wird man hier auch ohne uns untersuchen. Kannst du... Weiterlesen
Heute folgt das zweite Kapitel der Erzählung "Wovon die Menschen leben" von Leo Tolstoi: "Semion ging auf den Menschen zu und betrachtete ihn: es war ein junger, kräftiger Mann, der gar nicht verwundet, sondern nur erfroren und verängstigt schien; er saß noch immer auf dem Boden, an die Kapelle gelehnt, und sah Semion gar nicht an; er war wohl so schwach, dass er die Augen nicht öffnen konnte. Erst als Semion ganz dicht vor ihm stand, kam der Mann zur Besinnung, wendete den Kopf nach ihm um, schlug die Augen auf und sah ihn an. Durch diesen Blick gewann Semion den Nackten lieb. Er warf die Filzstiefel auf die Erde, löste seinen Gürtel, legte ihn auf die Filzstiefel und zog den Kaftan aus. "wir wollen nicht lange reden", sagte er. "Ziehe den Kaftan an. Machs schnell!" Semion ergriff den Mann am Ellbogen und half ihn aufstehen. Der Mann erhob sich. Semion sah einen feinen sauberen Körper, dessen Glieder weder verwundet noch verrenkt waren, und ein frommes und rührendes Gesicht. Semion warf ihm einen Kaftan über die Schultern. Die Arme wollten nicht in die Ärmel geraten. Semion half ihm die Arme in die Ärmel stecken, schlug ihm den Kaftan vorne zusammen und band ihm seinen Gürtel um. Semion nahm dann seine zerrissene Mütze vom Kopf, um sie dem Nackten aufzusetzen. Ihm fror aber gleich der Kopf, und er überlegte sich: "Ich habe eine Glatze, ihm hängen aber lange Locken an den Schläfen herab." Er setzte sich seine Mütze wieder auf. "Ich will ihm lieber die Filzstiefel geben." Er ließ ihn niedersetzen und zog ihm die Stiefel an. Als der Schuster ihn so bekleidet hatte, sagte er ihm: "Ja, so ist es, Bruder. Nun rühre dich, um dich zu erwärmen. Was dir geschehen, wird man hier auch ohne uns untersuchen. Kannst du überhaupt gehen?" Der Mann stand da, blickte freundlich auf Semion, konnte aber kein Wort sagen. "Warum sagst du nichts? Wir wollen doch hier nicht überwintern. Wir müssen nach Hause. Hier hast du meinen Stecken, stütze dich, wenn du so schwach bist. Rühre dich!" Und der Mann ging. Er ging ganz leicht und blieb nicht hinter Semion zurück. Unterwegs fragte ihn Semion: "Was für ein Landsmann bist du?" "Ich bin nicht von hier." "Die Hiesigen kenne ich alle. Wie bist du eigentlich hinter die Kapelle geraten?" "Das darf ich nicht sagen." "Dir haben wohl Menschen etwas zuleide getan?" "Niemand hat mir etwas zuleide getan. Gott hat mich gestraft." "Ich weiß ja, dass alles von Gott kommt; du musst dir aber doch irgendwie ein Unterkommen suchen. Wo willst du eigentlich hin?" "Es ist mir einerlei." Semion wunderte sich sehr. Wie ein Spaßvogel sah der Mensch nicht aus; seine Rede klang freundlich und sanft, und doch wollte er nichts von sich sagen." Semion dachte sich: "Es kommen ja so verschiedene Dinge auf der Welt vor." Er sagte dem Menschen: "Nun, komm in mein Haus, da wirst du dich wenigstens etwas erholen." Semion ging weiter, und der Fremde blieb nicht zurück. Ein Wind erhob sich, drang Semion unter das Hemd, und vor Frost verflog sein ganzer Rausch. Er atmete laut mit der Nase, hielt sich die Jacke vorne zu und dachte sich: "Da habe ich den Pelz! Ich bin fortgegangen, um einen Pelz zu kaufen , komme aber ohne Kaftan nach Hause und bringe noch einen Nackten heim. Matriona wird mich dafür nicht loben!" Und sobald ihm Matriona in den Sinn kam, wurde ihm ganz traurig zumute. Wenn er aber den Fremden ansah und daran dachte, wie ihn dieser hinter der Kapelle angeblickt hatte, freute sich sein Herz."... Einklappen
Bitte warten …

 
Newsletter

Keine Neuigkeiten mehr verpassen! 

Jetzt den Newsletter abonnieren