Freunde
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Weil die Geschichte ziemlich lang ist und ich es nicht schaffe. sie in einem Stück abzuschreiben, werden jetzt mehrere Einzelkommentare daraus. Aber da ich einmal damit angefangen habe, sie aufzuschreiben, möchte ich jetzt nicht nicht einfach mittendrin abbrechen. Hier ist das dritte Kapitel: "Semions Frau war an diesem Abend früher als sonst fertig geworden. Sie hatte Holz gehackt, Wasser vom Brunnen geholt, den Kindern zu essen gegeben und auch selbst gegessen. Nun überlegte sie, wann sie Brotteig bereiten sollte: heute oder erst morgen? Es war noch ein ziemlich großes Brot übriggeblieben. "Wenn Semion im Dorf zu Mittag gegessen hat", dachte sie, "und zum Abendbrot nicht viel isst, wird das Brot auch noch für morgen langen." Matriona wendete das Brot hin und her und dachte: "Nein, ich will den Brotteig erst morgen bereiten. Das Mehl reicht ja auch nur noch für einmal. Bis Freitag müssen wir damit auskommen." Matriona legte das Brot fort und setzte sich an den Tisch, um das Hemd ihres Mannes zu flicken. Beim Nähen dachte sie an ihren Mann , wie er jetzt beim Gerber die Felle einkaufte. "Dass ihn der Gerber nur nicht betrügt! Mein Mann ist ja so einfältig. Er selbst wird niemand betrügen, ihn kann aber auch ein kleines Kind anführen. Acht Rubel sind keine Kleinigkeit. Für dieses Geld kann man ja schon einen recht guten Pelz bekommen. Wenn auch einer aus ungegerbten Fellen, immerhin wird es ein Pelz. Im vergangenen Winter hatten wir es ja schwer ohne Pelz! Wir konnten weder zum Fluss, noch sonst irgendwohin ausgehen. Wenn er ausgeht, zieht er alle unsere Sachen an, so dass ich nichts mehr anzuziehen habe. Er ist ja heute so früh fortgegangen, und es wäre Zeit, dass er heimkommt. Ob mein Männchen nicht irgendwo im Wirtshaus sitzt?" Kaum hatte Matriona das gedacht, als die Stufen... Weiterlesen
Weil die Geschichte ziemlich lang ist und ich es nicht schaffe. sie in einem Stück abzuschreiben, werden jetzt mehrere Einzelkommentare daraus. Aber da ich einmal damit angefangen habe, sie aufzuschreiben, möchte ich jetzt nicht nicht einfach mittendrin abbrechen.
Hier ist das dritte Kapitel:
"Semions Frau war an diesem Abend früher als sonst fertig geworden. Sie hatte Holz gehackt, Wasser vom Brunnen geholt, den Kindern zu essen gegeben und auch selbst gegessen. Nun überlegte sie, wann sie Brotteig bereiten sollte: heute oder erst morgen? Es war noch ein ziemlich großes Brot übriggeblieben.
"Wenn Semion im Dorf zu Mittag gegessen hat", dachte sie, "und zum Abendbrot nicht viel isst, wird das Brot auch noch für morgen langen."
Matriona wendete das Brot hin und her und dachte: "Nein, ich will den Brotteig erst morgen bereiten. Das Mehl reicht ja auch nur noch für einmal. Bis Freitag müssen wir damit auskommen."
Matriona legte das Brot fort und setzte sich an den Tisch, um das Hemd ihres Mannes zu flicken. Beim Nähen dachte sie an ihren Mann , wie er jetzt beim Gerber die Felle einkaufte.
"Dass ihn der Gerber nur nicht betrügt! Mein Mann ist ja so einfältig. Er selbst wird niemand betrügen, ihn kann aber auch ein kleines Kind anführen. Acht Rubel sind keine Kleinigkeit. Für dieses Geld kann man ja schon einen recht guten Pelz bekommen. Wenn auch einer aus ungegerbten Fellen, immerhin wird es ein Pelz. Im vergangenen Winter hatten wir es ja schwer ohne Pelz! Wir konnten weder zum Fluss, noch sonst irgendwohin ausgehen. Wenn er ausgeht, zieht er alle unsere Sachen an, so dass ich nichts mehr anzuziehen habe. Er ist ja heute so früh fortgegangen, und es wäre Zeit, dass er heimkommt. Ob mein Männchen nicht irgendwo im Wirtshaus sitzt?"
Kaum hatte Matriona das gedacht, als die Stufen auf dem Flur knarrten und jemand ins Haus trat. Matriona steckte die Nadel in die Arbeit und ging ins Vorderhaus. Sie sah, dass zwei gekommen waren: ihr Mann und mit ihm ein unbekannter Bauer in Filzstiefeln und ohne Mütze.
Matriona merkte sofort, dass ihr Mann nach Schnaps roch. Sie sagte sich: "Ich habe also doch recht gehabt: er kommt wirklich aus dem Wirtshaus." Und als sie sah, dass er ohne Kaftan war und nur ihre Jacke anhatte, dass er mit leeren Händen kam, kein Wort sagte und verlegen dreinschaute, stand ihr das Herz still. Sie dachte: "Er hat das Geld mit irgendeinem Strolch vertrunken und bringt jetzt den Kumpan auch noch mit."
Matriona ließ die beiden in die Stube eintreten und kam auch selbst mit herein. Sie sah einen fremden, jungen, hageren Mann, mit dem Kaftan ihres Mannes bekleidet. Unter dem Kaftan sah man kein Hemd, auch hatte er keine Mütze auf dem Kopf. Als er in die Stube kam, blieb er vor der Schwelle unbeweglich stehen und hob nicht einmal seine Augen. Matriona dachte: "Es ist wohl kein guter Mensch, denn er ist so scheu."
Matriona runzelte die Stirne, ging zum Ofen und wartete, was die beiden wohl anfangen würden.
Semion nahm seine Mütze ab und setzte sich auf die Bank, als ob alles in bester Ordnung wäre.
"Nun, Matriona, wirst du uns vielleicht das Abendbrot geben?"
Matriona brummte sich etwas unter die Nase. Sie stand unbeweglich vor dem Ofen und blickte kopfschüttelnd bald den einen und bald den andern an. Als Semion sah, dass seine Alte schlechter Laune war, stellte er sich so, als ob er es gar nicht merkte. Er nahm den Fremden bei der Hand und sagte:
"Setz dich doch, Bruder, wir wollen essen."
Der Fremde setzte sich auf die Bank.
"Hast du denn heute nichts gekochte?"
Matriona wurde böse.
"Gekocht habe ich schon, doch nicht für dich. Wie ich sehe, hast du auch deinen Verstand vertrunken. Nach einem Pelzt bist du gegangen, und ohne Kaftan kommst du zurück; bringst auch noch einen nackten Strolch mit nach Hause. Ich habe kein Abendbrot für euch, ihr Trunkenbolde."
"Lass gut sein, Matriona, schwatze kein dummes Zeug! Frage doch zuerst, wer der Mann ist ..."
"Sage du, wo hast du das Geld hingetan?"
Semion holte aus dem Kaftan den Schein und zeigte ihn seiner Frau.
"Hier ist das Geld; Trifonow hat seine Schuld nicht bezahlt, hat versprochen, morgen zu bezahlen."
Matriona kam ganz außer Fassung: den pelz hatte er nicht gekauft, den letzten Kaftan einem Nackten gegeben und diesen mit ins Haus gebracht.
Sie nahm den Schein vom Tisch, verwahrte ihn wieder in der Truhe und sagte:
"Ich habe kein Abendbrit. Alle nackten Trunkenbolde kann ich nicht satt machen."
"Ach Matriona, halte doch deine Zunge im Zaum und höre, was man dir sagt."
"Von einem betrunkenen Narren bekomme ich doch nichts Gescheites zu hören! Nicht umsonst habe ich dich Trunkenbold nicht heiraten wollen; Mütterchen gab mir Leinwand in die Ehe, und du hast sie vertrunken; nun bist du ins Dorf gegangen, um einen Pelz zu kaufen, und hast das ganze Geld vertrunken."
Semion wollte seiner Frau erklären, dass er n ur zwanzig Kopeken vertrunken, er wollte ihr sagen, wo er den Mann gefunden habe. Matriona ließ ihn aber nicht zu Wort kommen und redete so viel und so schnell, dass es schien, sie spreche immer zwei Worte auf einmal aus. Selbst von Dingen, die zehn Jahre zurücklageb, fing sie an zu reden.
Während sie so sprach, sprang sie auf Semion zu und packte ihn am Ärmel.
"Gib mir mal meine Jacke her; ich habe nur die eine, und auch die hast du mir weggenommen. Gib die Jacke her, du Hund, dass dich der Schlag treffe!"
Semion zog die Jacke aus, drehte aber dabei einen Ärmel um. Matriona zerrte am anderen Ärmel, dass die Nähte krachten. Sie nahm die Jacke, warf sie sich über den Kopf und ergriff die Türklinke. Sie wollte weglaufen, blieb aber plötzlich stehen: sie war sehr aufgebracht und wollte ihrem Ärger Luft machen; zugleich wollte sie aber gar zu gerne wissen, wer der Mensch war."
Es gibt noch neun weitere Kapitel.... Einklappen