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heike schrieb am 4. März 2024
Kapitel X: "Die Frau mit den Kindern war fortgegangen, da stand auch Michailo auf, legte die Arbeit weg, nahm die Arbeitsschürze ab, verbeugte sich vor dem Meister und der Meisterin und sprach: "Verzeiht mir, Meister und Meisterin. Gott hat mir verziehen, verzeiht auch ihr." Und die Schustersleute sahen, dass von Michailo ein Licht ausging. Semion verneigte sich vor ihm und sagte: "Ich sehe, Michailo, dass du kein gewöhnlicher Mensch bist. Ich darf dich nicht zurückhalten und darf dich nach nichts fragen. Sage mir aber nur das eine: Warum warst du, als ich dich fand und nach Hause brachte, düster, und als Matriona dir das Essen reichte, lächeltest du und wurdest von nun an lichter? Als der Herr die Stiefel bestellte, lächeltest du zum zweiten Male und wurdest noch lichter; und jetzt, als die Frau mit den Mädchen kam, lächeltest du zum dritten Male und wurdest ganz licht! Sage mir, Michailo, warum geht von dir dieses Licht aus, und warum lächeltest du dreimal?" Und Michailo erwiderte: "Das Licht geht von mir aus, weil Gott mich früher strafte und mir jetzt verziehen hat. Ich lächelte dreimal, weil ich drei Worte Gottes erfassen musste. Diese Worte Gottes habe ich nun begriffen; das erste Wort begriff ich, als deine Frau sich meiner erbarmte; da lächelte ich zum ersten Male. Das andere Wort erkannte ich, als der Reiche die Stiefel bestellte; da lächelte ich zum anderen Male. Und jetzt, als ich die Mädchen sah, begriff ich das dritte und letzte Wort Gottes und lächelte zum dritten Male." Und Semion sagte: ""Sage mir, Michailo, wofür hat dich Gott gestraft , und wie lauten jene Worte Gottes, damit auch ich sie kenne." Und Michailo antwortete: "Gott strafte mich, weil ich ungehorsam war. Ich war ein Engel im Himmel und habe einen Befehl Gottes nicht befolgt. Ich war... Weiterlesen
Kapitel X: "Die Frau mit den Kindern war fortgegangen, da stand auch Michailo auf, legte die Arbeit weg, nahm die Arbeitsschürze ab, verbeugte sich vor dem Meister und der Meisterin und sprach: "Verzeiht mir, Meister und Meisterin. Gott hat mir verziehen, verzeiht auch ihr." Und die Schustersleute sahen, dass von Michailo ein Licht ausging. Semion verneigte sich vor ihm und sagte: "Ich sehe, Michailo, dass du kein gewöhnlicher Mensch bist. Ich darf dich nicht zurückhalten und darf dich nach nichts fragen. Sage mir aber nur das eine: Warum warst du, als ich dich fand und nach Hause brachte, düster, und als Matriona dir das Essen reichte, lächeltest du und wurdest von nun an lichter? Als der Herr die Stiefel bestellte, lächeltest du zum zweiten Male und wurdest noch lichter; und jetzt, als die Frau mit den Mädchen kam, lächeltest du zum dritten Male und wurdest ganz licht! Sage mir, Michailo, warum geht von dir dieses Licht aus, und warum lächeltest du dreimal?" Und Michailo erwiderte: "Das Licht geht von mir aus, weil Gott mich früher strafte und mir jetzt verziehen hat. Ich lächelte dreimal, weil ich drei Worte Gottes erfassen musste. Diese Worte Gottes habe ich nun begriffen; das erste Wort begriff ich, als deine Frau sich meiner erbarmte; da lächelte ich zum ersten Male. Das andere Wort erkannte ich, als der Reiche die Stiefel bestellte; da lächelte ich zum anderen Male. Und jetzt, als ich die Mädchen sah, begriff ich das dritte und letzte Wort Gottes und lächelte zum dritten Male." Und Semion sagte: ""Sage mir, Michailo, wofür hat dich Gott gestraft , und wie lauten jene Worte Gottes, damit auch ich sie kenne." Und Michailo antwortete: "Gott strafte mich, weil ich ungehorsam war. Ich war ein Engel im Himmel und habe einen Befehl Gottes nicht befolgt. Ich war ein Engel im Himmel, und Gott hatte mich auf die Erde geschickt, die Seele einer Frau zu holen. Ich flog zur Erde herab und sah die Frau krank auf ihrem Lager liegen; sie hatte eben Zwillinge, zwei Mädchen, zur Welt gebracht. Die Kinder regten sich neben der Mutter, und die Mutter war so schwach, dass sie sie nicht an die Brust legen konnte. Als die Frau mich sah, begriff sie, dass Gott mich gesandt hatte, um ihre Seele zu holen. Da weinte sie und sprach: > Engel Gottes! Meinen Mann hat man eben begraben, ihn erschlug ein Baum im Wald. Ich habe weder Schwester noch Muhme noch Großmutter; ich habe niemand, der meine Kinder großziehen könnte. Lass mir meine Seele, damit ich meine Kinder ernähre und großziehe. Ohne Vater und ohne Mutter können sie nicht leben. Ich hörte auf die Mutter und legte ihr das eine Kind an die Brust, gab ihr das andere in die Arme und flog hinauf zu Gott. Ich kam zu Gott und sagte: > Ich kann der Mutter die Seele nicht nehmen. Den Vater erschlug ein Baum, die Mutter gebar Zwillinge und fleht, dass ich ihr die Seele lasse. Sie sagt: Lass mich meine Kinder großziehen. Ohne Vater und Mutter können sie nicht leben. Und so habe ich der Mutter ihre Seele gelassen. Geh, hole die Seele! Du wirst drei Worte begreifen: du wirst begreifen, was in den Menschen ist, und was den Menschen nicht gegeben ist, und wovon die Menschen leben. Wenn du dies begriffen hast, darfst du in den Himmel zurückkehren.< Ich flog auf die Erde zurück und nahm der Mutter die Seele. Die Kinder fielen ihr von den Brüsten. Der Leichnam drückte dem einem Mädchen ein Beinchen ein, und so wurde es lahm. Ich erhob mich über dem Dorf, um die Seele zu Gott zu tragen; mich ergriff aber ein Sturmwind, meine Flügel fielen ab, die Seele flog allein zu Gott empor, und ich fiel an der Landstraße auf die Erde." "... Einklappen
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