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heike schrieb am 4. März 2024
Kapitel XI: "Nun begriffen Semion und Matriona, wen sie gekleidet und ernährt hatten und wer bei ihnen gewohnt hatte; und sie weinten vor Angst und vor Freuden. Und der Engel sprach: "Ich blieb allein und nackt im Feld liegen. Ich wusste früher nichts von Menschennot, kannte weder Kälte noch Hunger; nun war ich plötzlich selbst Mensch geworden. Ich litt Hunger und Kälte und wusste nicht, was ich anfangen sollte. Ich sah im Feld eine Kapelle stehen, die die Menschen Gott zu Ehren gebaut hatten; ich ging zur Kapelle, um in ihr Zuflucht zu finden. Doch die Kapelle war verschlossen, und ich konnte nicht hinein. Ich setzte mich hinter die Kapelle, um mich gegen den Wind zu schützen. Es war Abend geworden, ich war hungrig und vor Kälte beinahe erstarrt. Plötzlich sah ich einen Mann auf der Straße vorbeigehen; er trug ein Paar Filzstiefel in der Hand und redete mit sich selbst. Es war das erste sterbliche Menschenantlitz, das ich nach meiner Menschwerdung sah; das Gesicht kam mir so schrecklich vor, dass ich mich wegwandte. Und ich hörte, wie dieser Mann sich fragte, wie er seinen Leib vor dem Frost schützen, wie er sein Weib und seine Kinder ernähren solle. Da sagte ich mir: > Ich leide Hunger und Kälte, dieser Mensch aber denkt nur daran, wie er einen Pelz für sich und seine Frau anschaffen und wie er sich ernähren soll. So ein Mensch kann mir sicher nicht helfen. Du wirst erfahren, was in den Menschen ist. Der Mensch versorgt sich für ein Jahr und weiß nicht, dass er noch kaum bis zum Abend zu leben hat.Du wirst begreifen, was den Menschen nicht gegeben ist. Die Mutter hat mich um Gnade für die Kinder angefleht, und ich glaubte wie die Mutter, dass die Kinder ohne Vater und Mutter nicht leben... Weiterlesen
Kapitel XI: "Nun begriffen Semion und Matriona, wen sie gekleidet und ernährt hatten und wer bei ihnen gewohnt hatte; und sie weinten vor Angst und vor Freuden. Und der Engel sprach: "Ich blieb allein und nackt im Feld liegen. Ich wusste früher nichts von Menschennot, kannte weder Kälte noch Hunger; nun war ich plötzlich selbst Mensch geworden. Ich litt Hunger und Kälte und wusste nicht, was ich anfangen sollte. Ich sah im Feld eine Kapelle stehen, die die Menschen Gott zu Ehren gebaut hatten; ich ging zur Kapelle, um in ihr Zuflucht zu finden. Doch die Kapelle war verschlossen, und ich konnte nicht hinein. Ich setzte mich hinter die Kapelle, um mich gegen den Wind zu schützen. Es war Abend geworden, ich war hungrig und vor Kälte beinahe erstarrt. Plötzlich sah ich einen Mann auf der Straße vorbeigehen; er trug ein Paar Filzstiefel in der Hand und redete mit sich selbst. Es war das erste sterbliche Menschenantlitz, das ich nach meiner Menschwerdung sah; das Gesicht kam mir so schrecklich vor, dass ich mich wegwandte. Und ich hörte, wie dieser Mann sich fragte, wie er seinen Leib vor dem Frost schützen, wie er sein Weib und seine Kinder ernähren solle. Da sagte ich mir: > Ich leide Hunger und Kälte, dieser Mensch aber denkt nur daran, wie er einen Pelz für sich und seine Frau anschaffen und wie er sich ernähren soll. So ein Mensch kann mir sicher nicht helfen. Du wirst erfahren, was in den Menschen ist. Der Mensch versorgt sich für ein Jahr und weiß nicht, dass er noch kaum bis zum Abend zu leben hat.Du wirst begreifen, was den Menschen nicht gegeben ist. Die Mutter hat mich um Gnade für die Kinder angefleht, und ich glaubte wie die Mutter, dass die Kinder ohne Vater und Mutter nicht leben könnten; doch eine fremde Frau hat sie ernährt und großgezogen.< Als die Frau so gerührt die fremden Kinder anblickte und weinte, sah ich in ihr den lebendigen Gott, und ich begriff, wovon die Menschen leben. Gott hatte mir das letzte Wort offenbart und mir verziehen. Und ich lächelte zum dritten Mal." "... Einklappen
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