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249 Einträge
heike schrieb am 29. Februar 2024
Leo Tolstoi: "Wovon die Menschen leben" "Wir wissen, dass wir aus dem Tode in das Leben gekommen sind, denn wir lieben die Brüder. Wer die Brüder nicht liebet, der bleibet im Tode. 1. Joh.3,14. Wenn aber jemand dieser Welt Güter hat, und siehet seinen Bruder darben, und schließt sein Herz vor ihm zu, wie bleibet die Liebe Gottes bei ihm? 3,17. Meine Kindlein, lasset uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Zunge, sondern mit der Tat und mit der Wahrheit. 3,18. Die Liebe ist geboren von Gott, und wer lieb hat, der ist von Gott geboren und kennet Gott. 4,7. Wer nicht lieb hat, der kennet Gott nicht; denn Gott ist Liebe. 4,8. Niemand hat Gott jemals gesehen. So wir uns untereinander lieben, so bleibet Gott in uns. 4,12. Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibet, der bleibet in Gott, und Gott in ihm. 4,16. So jemand spricht: Ich liebe Gott, und hasset seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebet, den er siehet, wie kann er Gott lieben, den er nicht siehet? 4,20. "I" Ein Schuster wohnte mit Frau und Kindern bei einem Bauern zur Miete. Er besaß weder ein eigenes Haus noch ein Stück Land und ernährte sich und die Seinen durch seine Schusterarbeit. Das Brot war teuer und die Arbeit billig; alles, was er verdiente, wurde sofort verzehrt. Der Schuster und seine Frau hatten zusammen nur einen Pelz, und dieser war schon arg zerfetzt; seit zwei Jahren hatte der Schuster die Absicht, sich Schaffelle zu einem neuen Pelz zu kaufen. Im Herbst hatte der Schuster etwas Geld gespart: seine Frau hatte in der Truhe einen Dreirubelschein liegen, und die Bauern im Dorf schuldeten ihm noch fünf Rubel und zwanzig Kopeken. Eines Morgens rüstete sich der Schuster, ins Dorf zu gehen,... Weiterlesen
Leo Tolstoi: "Wovon die Menschen leben" "Wir wissen, dass wir aus dem Tode in das Leben gekommen sind, denn wir lieben die Brüder. Wer die Brüder nicht liebet, der bleibet im Tode. 1. Joh.3,14. Wenn aber jemand dieser Welt Güter hat, und siehet seinen Bruder darben, und schließt sein Herz vor ihm zu, wie bleibet die Liebe Gottes bei ihm? 3,17. Meine Kindlein, lasset uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Zunge, sondern mit der Tat und mit der Wahrheit. 3,18. Die Liebe ist geboren von Gott, und wer lieb hat, der ist von Gott geboren und kennet Gott. 4,7. Wer nicht lieb hat, der kennet Gott nicht; denn Gott ist Liebe. 4,8. Niemand hat Gott jemals gesehen. So wir uns untereinander lieben, so bleibet Gott in uns. 4,12. Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibet, der bleibet in Gott, und Gott in ihm. 4,16. So jemand spricht: Ich liebe Gott, und hasset seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebet, den er siehet, wie kann er Gott lieben, den er nicht siehet? 4,20. "I" Ein Schuster wohnte mit Frau und Kindern bei einem Bauern zur Miete. Er besaß weder ein eigenes Haus noch ein Stück Land und ernährte sich und die Seinen durch seine Schusterarbeit. Das Brot war teuer und die Arbeit billig; alles, was er verdiente, wurde sofort verzehrt. Der Schuster und seine Frau hatten zusammen nur einen Pelz, und dieser war schon arg zerfetzt; seit zwei Jahren hatte der Schuster die Absicht, sich Schaffelle zu einem neuen Pelz zu kaufen. Im Herbst hatte der Schuster etwas Geld gespart: seine Frau hatte in der Truhe einen Dreirubelschein liegen, und die Bauern im Dorf schuldeten ihm noch fünf Rubel und zwanzig Kopeken. Eines Morgens rüstete sich der Schuster, ins Dorf zu gehen, um die Felle zu kaufen. Er zog sich über das Hemd die wattierte baumwollene Jacke seiner Frau und darüber seinen Kaftan aus Tuch, steckte sich den Dreirubelschein in die Tasche, brach sich einen Stecken ab, frühstückte und machte sich auf den Weg. Er sagte sich: "Ich bekomme fünf Rubel von den Bauern, lege meine drei Rubel dazu und kaufe mir das Fell für den Pelz." Der Schuster kam ins Dorf und ging zu einem seiner Schuldner; dieser war nicht zu Hause, und seine Frau versprach, das Geld im Laufe der Woche zu schicken, gab ihm aber keinen Heller; der zweite Schuldner, den er aufsuchte, schwor, keine Geld zu haben, und zahlte ihm nur zwanzig Kopeken für das Ausbessern eines Paares Stiefel. Der Schuster wollte dann die Schaffelle auf Borg nehmen. Doch der Gerber wollte ihm nichts auf Borg geben. "Wenn du bares Geld bringst, kannst du dir Ware nach deinem Belieben aussuchen; ich weiß ja gut, was es heißt, solche Schulden einzutreiben." So hatte der Schuster nichts ausgerichtet; er hatte nur die zwanzig Kopeken einkassiert und von einem Bauern den Auftrag bekommen, ein Paar alte Filzstiefel mit Leder zu besetzen. Der Schuster war sehr betrübt; er trank für die zwanzig Kopeken Schnaps und ging ohne Felle nach Hause. Als er morgens ins Dorf ging, fror es ihn; doch jetzt, nachdem er den Schnaps getrunken, fühlte er sich auch ohne Pelz erwärmt. So geht der Schuster seinen Weg, klopft mit dem Stecken auf die mit einer Eiskruste überzogenen Steine, schwenkt mit der anderen Hand die Filzstiefel hin und her und redet mit sich selbst: "Auch ohne Pelz ist mir warm. Das Gläschen, das ich getrunken, brennt mir in allen Adern. Ich brauche überhaupt keinen Pelz. Meinen Kummer habe ich schon vergessen. So ein Mensch bin ich. Was brauche ich denn überhaupt? Ich kann gut ohne Pelz auskommen. Auch ohne Pelz werde ich mein Leben beschließen. Allerdings wird sich mein Weib grämen. Es ist ja auch wirklich ärgerlich: ich muss mich für den Bauern abmühen, und er zieht die Bezahlung immer hinaus. Warte nur, mein Lieber! Wenn du mir das Geld nicht bringst, so nehme ich dir deine Mütze! Bei Gott! was soll es denn heißen? Du willst mir wohl die ganze Schuld in Zwanzigkopekenstücken bezahlen? Was kann man denn mit zwanzig Kopeken anfangen? Höchstens ein Glas Schnaps trinken. Du sprichst von deiner Not. Leide ich denn keine Not? Du hast ja ein Haus und Vieh und eine ganze Wirtschaft, ich aber habe nichts als das, was ich an mir trage; du hast dein eigenes Brot, und ich muss mir welches kaufen. Wo man´s hernimmt, bleibt sich gleich, aber drei Rubel gibt man in der Woche alleine für Brot aus. Wenn ich nach Hause komme, heißt es gleich, das Brot sei zu Ende. Nun muss ich wieder eineinhalb Rubel auslegen. Ich brauche also wirklich mein Geld!" Als sich der Schuster der Kapelle an der Straßenbiegung näherte, sah er hinter der Kapelle etwas Weißes schimmern. Es dämmerte schon; der Schuster sah aufmerksam hin, konnte aber nicht erkennen, was es war. "Ein Stein hat hier vorhin nicht gelegen. Sollt´s ein Tier sein? Nein, es sieht nicht wie ein Tier aus. Eher ist´s ein Mensch, doch warum so weiß? Was sollte auch ein Mensch hier tun?" Als er näher herankam, konnte er es gut sehen. Ein wahres Wunder: Ein nackter Mensch, tot oder lebendig, saß unbeweglich auf der Erde, an die Kapelle gelehnt. Der Schuster erschrak und dachte sich: "Man hat hier einen Menschen umgebracht, ausgeraubt und nackt liegen gelassen. Wenn ich herangehe und mich in die Sache einmische, bekomme ich gleich die ganze Obrigkeit auf den Hals." Der Schuster ging weiter. Während er um die Kapelle herumging, war der Leichnam nicht mehr zu sehen. Als er aber ein Stück weitergegangen war und sich umblickte, sah er, dass der Mensch, den er für tot hielt, sich von der Mauer wegrückte und ihm nachsah. Er erschrak noch mehr und sagte sich: "Soll ich umkehren oder meinen Weg weitergehen? Wenn ich auf ihn zugehe, kann es leicht schlimm enden - wer weiß, wer er ist? Es sind sicher keine guten Werke, für die er hergeraten ist. Wenn ich mich ihm nähere, kann er aufspringen und mich erwürgen; dann bleibe ich hier liegen. Und wenn er mich nicht erwürgt, habe ich nur eine neue Sorge. Was soll ich mit dem Nackten anfangen? Ich kann mir doch wirklich nicht meine letzten Kleider vom Leibe reißen und sie ihm geben. Möge Gott mich nur glücklich nach Hause führen!" Der Schuster ging schneller; als er die Kapelle beinahe aus dem Gesicht verloren hatte, bekam er Gewissensbisse. Der Schuster blieb wieder stehen und sagte sich: "Was tust du denn, Semion? Ein Mensch geht hier zugrunde, und du bist so feig, dass du ihn in seinem Unglück liegen lässt. Oder bist du plötzlich reich geworden und fürchtest, dass man dir deinen Reichtum nimmt? Nein, Semion, das war nicht gut getan!" " Die Geschichte geht noch weiter, ich schreibe später den Rest auf. Die Welt ist voll von Milliarden Geschichten, genau wie von Milliarden Schicksalen. Ich möchte meine Sprache nicht verlieren. Sprache gehört zum Denken und Denken gehört zum Menschsein, genau wie Fühlen. Tiere haben so gut wie keine Sprache, aber sie haben viel Fühlen. Es ist wirklich eine sehr schöne Geschichte, und wenn ich nicht so k.o. wäre, würde ich sie gleich weiter aufschreiben. Noch ein schöner Spruch aus dem Talmud zum Schluss: "Jeder Einzelne soll sich sagen: Für mich ist die Welt erschaffen worden, daher bin ich mit verantwortlich." Jeder Mensch steht in anderen Verbindungen zu anderen Menschen, deshalb ist es auch ganz verschieden, was Menschen in ihrem Leben tun. Schön wäre es, wenn mit jeder weiteren Menschheitsgeneration mehr Liebe in der Welt verbleiben würde. Das geht, wenn man Menschen in ihrem Unglück nicht allein lässt, sondern hilft, so wie es einem möglich ist. Putin ist kein Monster und die amerikanischen Lügensgeschichten, die uns aufgetischt werden, um westliche Hegemonialansprüche weiter durchzusetzen, machen die Welt nicht besser.... Collapse
Gundela schrieb am 28. Februar 2024
Lieber Konstantin. lies es nochmal: Stefan Zweig, Die Welt von Gestern..
Lieber Konstantin. lies es nochmal: Stefan Zweig, Die Welt von Gestern..... Collapse
Bettina schrieb am 27. Februar 2024
Lieber Konstantin, vor 1o Jahren besuchte ich Weimar. Ich wollte Goethe antreffen, doch es war Sommer- theaterfreie Zeit. Stattdessen traf ich "Yiddish Summer" an, und bis heute kommen mir die Bilder in Erinnerung, die einzigartige Kraft, die von Klezmer und der Musik von Yiddish Summer, einer einizgartigen, alljährlichen Tradition, die alte jüdische Musik von talentierten jüdischen Musikern aus aller Welt wieder aufleben zu lassen. Ich schlidderte durch einen Zufall in einen "Yiddish- Summer-Jam" und danach besorgte ich mir postwendend eine Konzertkarte für die Abschlussveranstaltung. Sie war zutiefst berührend. Zum ertsen mal wurde mir bewusst, welche Bedeutung Musik haben kann: Ein alle Grenzen und Zeiten überschreitende Verbindung. Das schafft die Poesie, wie der in die Tiefe gehende Klang der Musik auch. Dagegen kommt keine Marschmusik an! . Anbei ein Ausschnitt aus dem besagten Abschlusskonzert: https://youtu.be/1cYsZrdBdIg?si=SCpufF4pIhowAGhy . " Der Klang der Hoffnung" betitelte der mir sehr geschätzte Giora Feidmann sein wunderbares Buch. . Alles Liebe dir- gutes Gesunden und eine Zeit voller Hoffnung. Bettina
Lieber Konstantin, vor 1o Jahren besuchte ich Weimar. Ich wollte Goethe antreffen, doch es war Sommer- theaterfreie Zeit. Stattdessen traf ich "Yiddish Summer" an, und bis heute kommen mir die Bilder in Erinnerung, die einzigartige Kraft, die von Klezmer und der Musik von Yiddish Summer, einer einizgartigen, alljährlichen Tradition, die alte jüdische Musik von talentierten jüdischen Musikern aus aller Welt wieder aufleben zu lassen. Ich schlidderte durch einen Zufall in einen "Yiddish- Summer-Jam" und danach besorgte ich mir postwendend eine Konzertkarte für die Abschlussveranstaltung. Sie war zutiefst berührend. Zum ertsen mal wurde mir bewusst, welche Bedeutung Musik haben kann: Ein alle Grenzen und Zeiten überschreitende Verbindung. Das schafft die Poesie, wie der in die Tiefe gehende Klang der Musik auch. Dagegen kommt keine Marschmusik an! . Anbei ein Ausschnitt aus dem besagten Abschlusskonzert: https://youtu.be/1cYsZrdBdIg?si=SCpufF4pIhowAGhy . " Der Klang der Hoffnung" betitelte der mir sehr geschätzte Giora Feidmann sein wunderbares Buch. . Alles Liebe dir- gutes Gesunden und eine Zeit voller Hoffnung. Bettina... Collapse
heike schrieb am 26. Februar 2024
Liebe Maria, das sind sehr schöne, wahre Worte und ich danke dir dafür. Ich möchte hier gern noch etwas Poesie mit anderen Menschen teilen. Diesmal ist es ein Märchen von Wilhelm Heinrich Wackenroder. Es heißt "Ein wunderbares morgenländisches Märchen von einem nackten Heiligen". "Das Morgenland ist die Heimat alles Wunderbaren, in dem Altertume und der Kindheit der dortigen Meinungen findet man auch höchst seltsame Winke und Rätsel, die immer noch dem Verstande, der sich für klüger hält, aufgegeben werden. So wohnen dort in den Einöden oft seltsame Wesen, die wir wahnsinnig nennen, die aber dort als übernatürliche Wesen verehrt werden. Der orientalische Geist betrachtet diese nackten Heiligen als die wunderlichen Behältnisse eines höhern Genius, der aus dem Reiche des Firmaments sich in eine menschliche Gestalt verirrt hat und sich nun nicht nach Menschenweise zu gebärden weiß. Auch sind ja alle Dinge in der Welt so oder anders, nachdem wir sie so oder anders betrachten; der Verstand des Menschen ist eine Wundertinktur, durch deren Berührung alles, was existiert, nach unserm Gefallen verwandelt wird. So wohnte einer dieser nackten Heiligen in einer abgelegenen Felsenhöhle, der ein kleiner Fluß vorüberströmte. Niemand konnte sagen, wie er dorthin gekommen, seit einigen Jahren war er dort bemerkt, eine Karawane hatte ihn zuerst entdeckt, und seitdem geschahen häufig Wallfahrten nach seiner einsamen Wohnung. Dieses wunderliche Geschöpf hatte in seinem Aufenthalte Tag und Nacht keine Ruhe, ihm dünkte immer, er höre unaufhörlich in seinen Ohren das Rad der Zeit seinen sausenden Umschwung nehmen. Er konnte vor dem Getöse nichts tun, nichts vornehmen, die gewaltige Angst, die ihn in immerwährender Arbeit anstrengte, verhinderte ihn, irgend etwas zu sehen und zu hören, als wie sich mit Brausen, mit gewaltigem Sturmwindsausen das fürchterliche Rad drehte und wieder drehte, das bis an die Sterne und hinüber reichte. Wie ein Wasserfall von tausend... Weiterlesen
Liebe Maria, das sind sehr schöne, wahre Worte und ich danke dir dafür. Ich möchte hier gern noch etwas Poesie mit anderen Menschen teilen. Diesmal ist es ein Märchen von Wilhelm Heinrich Wackenroder. Es heißt "Ein wunderbares morgenländisches Märchen von einem nackten Heiligen". "Das Morgenland ist die Heimat alles Wunderbaren, in dem Altertume und der Kindheit der dortigen Meinungen findet man auch höchst seltsame Winke und Rätsel, die immer noch dem Verstande, der sich für klüger hält, aufgegeben werden. So wohnen dort in den Einöden oft seltsame Wesen, die wir wahnsinnig nennen, die aber dort als übernatürliche Wesen verehrt werden. Der orientalische Geist betrachtet diese nackten Heiligen als die wunderlichen Behältnisse eines höhern Genius, der aus dem Reiche des Firmaments sich in eine menschliche Gestalt verirrt hat und sich nun nicht nach Menschenweise zu gebärden weiß. Auch sind ja alle Dinge in der Welt so oder anders, nachdem wir sie so oder anders betrachten; der Verstand des Menschen ist eine Wundertinktur, durch deren Berührung alles, was existiert, nach unserm Gefallen verwandelt wird. So wohnte einer dieser nackten Heiligen in einer abgelegenen Felsenhöhle, der ein kleiner Fluß vorüberströmte. Niemand konnte sagen, wie er dorthin gekommen, seit einigen Jahren war er dort bemerkt, eine Karawane hatte ihn zuerst entdeckt, und seitdem geschahen häufig Wallfahrten nach seiner einsamen Wohnung. Dieses wunderliche Geschöpf hatte in seinem Aufenthalte Tag und Nacht keine Ruhe, ihm dünkte immer, er höre unaufhörlich in seinen Ohren das Rad der Zeit seinen sausenden Umschwung nehmen. Er konnte vor dem Getöse nichts tun, nichts vornehmen, die gewaltige Angst, die ihn in immerwährender Arbeit anstrengte, verhinderte ihn, irgend etwas zu sehen und zu hören, als wie sich mit Brausen, mit gewaltigem Sturmwindsausen das fürchterliche Rad drehte und wieder drehte, das bis an die Sterne und hinüber reichte. Wie ein Wasserfall von tausend und abertausend Strömen, die vom Himmel herunterstürzten, sich ewig, ewig ohne augenblicklichen Stillstand, ohne die Ruhe einer Sekunde ergossen, so tönte es in seinen Ohren, und alle seine Sinne waren mächtig nur darauf hingewandt, seine arbeitende Angst war immer mehr und mehr in den Strudel der wilden Verwirrung ergriffen und hineingerissen, immer ungeheurer verwilderten die einförmigen Töne durcheinander; er konnte nun nicht ruhen, sondern man sah ihn Tag und Nacht in der angestrengtesten, heftigsten Bewegung, wie einen Menschen, der bemüht ist, ein ungeheures Rad umzudrehen. Aus seinen abgebrochenen, wilden Reden erfuhr man, dass er sich von dem Rade fortgezogen fühle, dass er dem tobenden, pfeilschnellen Umschwunge mit der ganzen Anstrengung seines Körpers zu Hilfe kommen wolle, damit die Zeit ja nicht in die Gefahr komme, nur einen Augenblick stillzustehen. Wenn man ihn fragte, was er tue, so schrie er wie in einem Krampf die Worte heraus: "Ihr Unglückseligen, hört ihr denn nicht das rauschende Rad der Zeit?, und dann drehte und arbeitete er wieder noch heftiger, dass sein Schweiß auf die Erde floss, und mit verzerrten Gebärden legte er die Hand auf sein pochendes Herz, als wolle er fühlen, ob das große Räderwerk in seinem ewigen Gange sei. Er wütete, wenn er sah, dass die Wanderer, die zu ihm wallfahrteten, ganz ruhig standen und ihm zusahen, oder hin und wider gingen und miteinander sprachen. Er zitterte vor Heftigkeit und zeigte ihnen den unaufhaltsamen Umschwung des ewigen Rades, das einförmige, taktmäßige Fortsausen der Zeit; er knirschte mit den Zähnen, dass sie von dem Getriebe, in dem auch sie verwickelt und fortgezogen würden, nichts fühlten und bemerkten, er schleuderte sie von sich, wenn sie ihm in der Raserei zu nahe kamen. Wollten sie sich nicht in Gefahr setzen, so mussten sie seine angestrengte Bewegung lebhaft nachahmen. Aber noch viel wilder und gefährlicher wurde seine Raserei, wenn es sich zutrug, dass in seiner Nähe irgendeine körperliche Arbeit vorgenommen wurde, wenn ein Mensch, der ihn nicht kannte, etwa bei seiner Höhle Kräuter sammelte oder Holz fällte. Dann pflegte er wild aufzulachen, dass unter dem grässlichen Fortrollen der Zeit noch jemand an diese kleinlichen irdischen Beschäftigungen denken konnte; wie ein Tigertier war er dann mit einem einzigen Sprunge aus der Höhle, und wenn er den Unglücklichen erhaschen konnte, schlug er ihn mit einem einzigen Schlage tot zu Boden. Schnell sprang er dann in seine Höhle zurück und drehte noch heftiger als zuvor das Rad der Zeit; er wütete aber noch lange fort und sprach in abgebrochenen Reden, wie es den Menschen möglich sei, noch etwas anders zu treiben, ein taktloses Geschäft vorzunehmen. Er war nicht imstande, seinen Arm nach irgendeinem Gegenstande auszustrecken oder etwas mit der Hand zu ergreifen; er konnte keinen Schritt mit den Füßen tun wie andre Menschen. Eine zitternde Angst flog durch alle seine Nerven, wenn er nur ein einziges Mal versuchen wollte, den schwindligten Wirbel zu unterbrechen. Nur manchmal, in schönen Nächten, wenn de Mond auf einmal vor die öffnung seiner finstern Höhle trat, hielt er plötzlich inne, sank auf den Boden, warf sich umher und winselte vor Verzweiflung; auch weinte er bitterlich wie ein Kind, dass das Sausen des mächtigen Zeitrades ihm nicht Ruhe lasse, irgend etwas auf Erden zu tun, zu handeln, zu wirken und zu schaffen. Dann fühlte er eine verzehrende Sehnsucht nach unbekannten schönen Dingen; er bemühte sich, sich aufzurichten und Hände und Füße in eine sanfte und ruhige Bewegung zu bringen, aber vergeblich! Er suchte etwas Bestimmtes, Unbekanntes, was er ergreifen und woran er sich hängen wollte; er wollte sich außerhalb oder in sich vor sich selber retten, aber vergeblich! Sein Weinen und seine Verzweiflung stieg aufs höchste, mit lautem Brüllen sprang er von der Erde auf und drehte wieder an dem gewaltig sausenden Rade der Zeit. Das währte mehrere jahre fort, Tag und Nacht. Einst aber war eine wunderschöne, mondhelle Sommernacht, und der Heilige lag wieder weinend und händeringend auf dem Boden seiner Höhle. Die Nacht war entzückend; an dem dunkelblauen Firmamente blinkten die Sterne wie goldene Zierden an einem weit übergebreiteten, beschirmenden Schilde, und der Mond strahlte von den hellen Wangen seines Antlitzes ein sanftes Licht, worin die grüne Erde sich badete. Die Bäume hingen in dem zauberhaften Schein wie wallende Wolken auf ihren Stämmen, und die Wohnungen der Menschen waren in dunkle Felsengestalten und dämmernde geisterpaläste verwandelt. Die Menschen, nicht mehr vom Sommerglanze geblendet, wohnten mit ihren Blicken am Firmamente, und ihre Seelen spiegelten sich schön in dem himmlischen Scheine der Mondnacht. Zwei Liebende, die sich ganz den Wundern der nächtlichen Einsamkeit ergeben wollten, fuhren in dieser Nacht auf einem leichten Nachen den Fluss herauf, der der Felsenhöhle des Heiligen vorüberströmte. Der durchdringende Mondstrahl hatte den Liebenden die innersten, dunkelsten Tiefen ihrer Seelen erhellt und aufgelöst, ihre leisesten Gefühle zerflossen und wogten vereinigt in uferlosen Strömen daher. Aus dem Nachen wallte eine ätherische Musik in den Raum des Himmels empor, süße Hörner, und ich weiß nicht, welche andre zauberische Instrumente zogen eine schwimmende Welt von Tönen hervor, und in den auf- und niederwallenden Tönen vernahm man folgenden Gesang: "Süße Ahnungsschauer gleiten Über Fluss und Flur dahin, Mondesstrahlen hold bereiten Lager liebetrunknen Sinn. Ach, wie ziehn, wie flüstern die Wogen, Spiegelt in Wellen der Himmelsbogen. Liebe in dem Firmamente , Unter uns in blanker Flut, Zündet Sternenglanz, keiner brennte, Gäbe Liebe nicht den Mut: Und, vom Himmelsodem gefächelt, Himmel und Wasser und Erde lächelt. Mondschein liegt auf allen Blumen, Alle Palmen schlummern schon, In der Waldung Heiligtumen Waltet, klingt der Liebe Ton: Schlafend verkündigen alle Töne, Palmen und Blumen der Liebe Schöne." Mit dem ersten Tone der Musik und des Gesanges war dem nackten Heiligen das sausende Rad der Zeit verschwunden. Es waren die ersten Töne, die in diese Einöde fielen; die unbekannte Sehnsucht war gestillt, der Zauber gelöst, der verirrte Genius aus seiner irdischen Hülle befreit. Die Gestalt des Heilgen war verschwunden, eine engelschöne Geisterbildung, aus leichtem Dufte gewebt, schwebte aus der Höhle, streckte die schlanken Arme sehnsuchtsvoll zum Himmel empor und hob sich nach den Tönen der Musik in tanzender Bewegung von dem Boden in die Höhe. Immer höher und höher in die Lüfte schwebte die helle Luftgestalt, von den sanft schwellenden Tönen der Hörner und des Gesanges emporgehoben; mit himmlischer Fröhlichkeit tanzte die Gestalt hier und dort, hin und wieder auf den weißen Gewölken, die im Luftraume schwammen, immer höher schwang er sich mit tanzenden Füßen in den Himmel hinauf und flog endlich in geschlängelten Windungen zwischen den Sternen umher; da klangen alle Sterne und dröhnten einen hellstrahlenden himmlischen Ton durch die Lüfte, bis der Genius sich in das unendliche Firmament verlor. Reisende Karawanen sahen erstaunt die nächtliche Wundererscheinung, und die Liebenden wähnten den Genius der Liebe und der Musik zu erblicken."... Collapse
maria schrieb am 26. Februar 2024
"Der Weise nimmt keine Waffen, er schlägt nicht zurück. Er will seinen Nächsten nicht vernichten, sondern sich mit ihm versöhnen." (unbekannt) "Wer mit sich selber in Frieden lebt, kommt nicht in Versuchung, anderen den Krieg zu erklären." (Ernst Ferstl, österreichischer Lehrer und Schriftsteller (*1955) Herzliche Grüsse Maria
"Der Weise nimmt keine Waffen, er schlägt nicht zurück. Er will seinen Nächsten nicht vernichten, sondern sich mit ihm versöhnen." (unbekannt) "Wer mit sich selber in Frieden lebt, kommt nicht in Versuchung, anderen den Krieg zu erklären." (Ernst Ferstl, österreichischer Lehrer und Schriftsteller (*1955) Herzliche Grüsse Maria... Collapse
Cissy schrieb am 25. Februar 2024
Hallo Konstantin Wecker, vor so ziemlich genau 50 Jahren habe ich Dich im damaligen "Novak" in Schwabing gesehen. Ist mir noch so gut in Erinnerung! Ich war im vergangenen Herbst in München, nach langer Zeit, und habe den Novak gesucht und nicht mehr gefunden. Die Abende dort sind unvergesslich, so viele Musiker, soviel Talent (u a auch Du 🙂 . Ganz ohne digital stuff. .....
Hallo Konstantin Wecker, vor so ziemlich genau 50 Jahren habe ich Dich im damaligen "Novak" in Schwabing gesehen. Ist mir noch so gut in Erinnerung! Ich war im vergangenen Herbst in München, nach langer Zeit, und habe den Novak gesucht und nicht mehr gefunden. Die Abende dort sind unvergesslich, so viele Musiker, soviel Talent (u a auch Du 🙂 . Ganz ohne digital stuff. ........ Collapse
heike schrieb am 13. Februar 2024
Aus "Der Prophet" von Khalil Gibran: "Ein Philosoph" Als Er unter uns lebte, betrachtete Er uns und unsere Welt mit staunenden Augen, denn Sein Blick war nicht unverhüllt vom Schleier der Jahre; alles, was Er sah, war hell und erschien Ihm im Lichte Seiner Jugend. Obwohl Er die Schönheit zutiefst kannte, ließ Er sich immer wieder überraschen von ihrer Pracht und ihrem Frieden. Er betrachtete die Erde, wie der erste Mensch den ersten Tag anschaute. Wir, deren Sinne abgestumpft sind, wir blicken auf die Erscheinungen des Tages und sehen nichts, wir hören und vernehmen nichts, wir strecken unsere Hände aus und fühlen nichts. Und wenn man für uns den gesamten Weihrauch Arabiens verbrennen würde, wir würden unseren Weg fortsetzen, ohne etwas zu bemerken, Wir sehen nicht, wie der Bauer bei Anbruch der Nacht von seinen Feldern heimkehrt, wir hören nicht die Flöte des Hirten, wenn er seine Herde auf die Weide führt, und wir strecken unsere Hand nicht aus, um das Abendrot zu berühren. Unsere Nasenflügel sehnen sich nicht nach dem Duft der Rosen von Saron. Nein, wir ehren keinen König ohne Königreich, und wir hören den Klang der Harfen erst, wenn die Finger ihre Saiten berühren. Wir sehen nicht das Kind in unserem Olivenhain spielen, als wenn es selbst ein junger Olivenbaum wäre. Alle Worte müssen von den Lippen kommen, sonst glauben wir, dass wir ein Gespräch mit Taubstummen führten. Wahrlich, wir schauen und sehen nichts, wir hören und vernehmen nichts, wir essen und trinken, ohne etwas zu schmecken. Und darin unterscheiden wir uns von Jesus, dem Nazaräer. Seine Sinne waren stets wach; für ihn war die Welt immer wieder eine neue Welt. Ihm galt das Stammeln eines Kindes nicht weniger als der Schrei der ganzen Menschheit, während es für uns einfach nur ein Stammeln ist. Für Ihn bedeutete... Weiterlesen
Aus "Der Prophet" von Khalil Gibran: "Ein Philosoph" Als Er unter uns lebte, betrachtete Er uns und unsere Welt mit staunenden Augen, denn Sein Blick war nicht unverhüllt vom Schleier der Jahre; alles, was Er sah, war hell und erschien Ihm im Lichte Seiner Jugend. Obwohl Er die Schönheit zutiefst kannte, ließ Er sich immer wieder überraschen von ihrer Pracht und ihrem Frieden. Er betrachtete die Erde, wie der erste Mensch den ersten Tag anschaute. Wir, deren Sinne abgestumpft sind, wir blicken auf die Erscheinungen des Tages und sehen nichts, wir hören und vernehmen nichts, wir strecken unsere Hände aus und fühlen nichts. Und wenn man für uns den gesamten Weihrauch Arabiens verbrennen würde, wir würden unseren Weg fortsetzen, ohne etwas zu bemerken, Wir sehen nicht, wie der Bauer bei Anbruch der Nacht von seinen Feldern heimkehrt, wir hören nicht die Flöte des Hirten, wenn er seine Herde auf die Weide führt, und wir strecken unsere Hand nicht aus, um das Abendrot zu berühren. Unsere Nasenflügel sehnen sich nicht nach dem Duft der Rosen von Saron. Nein, wir ehren keinen König ohne Königreich, und wir hören den Klang der Harfen erst, wenn die Finger ihre Saiten berühren. Wir sehen nicht das Kind in unserem Olivenhain spielen, als wenn es selbst ein junger Olivenbaum wäre. Alle Worte müssen von den Lippen kommen, sonst glauben wir, dass wir ein Gespräch mit Taubstummen führten. Wahrlich, wir schauen und sehen nichts, wir hören und vernehmen nichts, wir essen und trinken, ohne etwas zu schmecken. Und darin unterscheiden wir uns von Jesus, dem Nazaräer. Seine Sinne waren stets wach; für ihn war die Welt immer wieder eine neue Welt. Ihm galt das Stammeln eines Kindes nicht weniger als der Schrei der ganzen Menschheit, während es für uns einfach nur ein Stammeln ist. Für Ihn bedeutete die Wurzel einer Butterblume das Streben nach Gott, während wir in ihr lediglich die Wurzel einer Blume sehen." (für meinen Vater, meine Lehrer und die Kinder dieser Erde)... Collapse
heike schrieb am 13. Februar 2024
Nur die Poesie kann die Welt retten, hat Konstantin vor Kurzem gesagt. Und ich glaube, er hat damit. Auch Johann W. Goethe war dieser Meinung: "Man sollte alle Tage wenigstens ein kleines Lied hören, ein gutes Gedicht lesen, ein treffliches Gemälde sehen und wenn es möglich zu machen wäre, einige vernünftige Worte sprechen." Und gerade jetzt besucht mich ein kleiner Marienkäfer und krabbelt über meinen Arm. Ein Marienkäfergedicht habe ich gerade nicht zur Hand, aber ein lustiges von Christian Morgenstern: "Kürzlich kam ein Wort zu mir, staubig wie ein Wedel, wirr das Haar, das Auge stier, doch von Bildung edel. Als ich, wie es hieße, frug, sprach es leise: >Herzlich<. Und aus seinem Munde schlug, eine Lache schmerzlich. Wertlos ward ich ganz und gar, rief`s, ein Spiel der Spiele, Modewort mit Haut und Haar, Kaviar für zu viele. Doch ich wusch`s und gab ihm Wein, gab ihm wieder Würde, und belud ein Brieflein fein mit der leichten Bürde. Schlafend hat`s die ganze Nacht weit weg reisen müssen. Als es morgens aufgewacht, kam ein Mund - es küssen." Und zu guter Letzt noch eins von Else Lasker-Schüler, einer Frau, die auch aus scheinbar allen Rahmen gefallen war, aber deren Sehnsucht nach Leben ihr immer wieder Kraft gab (zusammen mit den Menschen, die sie begleiteten natürlich). Es heißt "Weltende". "Es ist ein Weinen in der Welt, als ob der liebe Gott gestorben wär, und der bleierne Schatten, der niederfällt, lastet grabesschwer. Komm, wir wollen uns näher verbergen ..., Das Leben liegt in aller Herzen wie in Särgen. Du, wir wollen uns tief küssen ... Es pocht eine Sehnsucht an die Welt, an der wir sterben müssen." Und noch ein letztes für heute. Ebenfalls von Else Lasker-Schüler: "Maienregen Du hast deine warme Seele um mein verwittertes Herz geschlungen, und all seine dunklen Töne... Weiterlesen
Nur die Poesie kann die Welt retten, hat Konstantin vor Kurzem gesagt. Und ich glaube, er hat damit. Auch Johann W. Goethe war dieser Meinung: "Man sollte alle Tage wenigstens ein kleines Lied hören, ein gutes Gedicht lesen, ein treffliches Gemälde sehen und wenn es möglich zu machen wäre, einige vernünftige Worte sprechen." Und gerade jetzt besucht mich ein kleiner Marienkäfer und krabbelt über meinen Arm. Ein Marienkäfergedicht habe ich gerade nicht zur Hand, aber ein lustiges von Christian Morgenstern: "Kürzlich kam ein Wort zu mir, staubig wie ein Wedel, wirr das Haar, das Auge stier, doch von Bildung edel. Als ich, wie es hieße, frug, sprach es leise: >Herzlich<. Und aus seinem Munde schlug, eine Lache schmerzlich. Wertlos ward ich ganz und gar, rief`s, ein Spiel der Spiele, Modewort mit Haut und Haar, Kaviar für zu viele. Doch ich wusch`s und gab ihm Wein, gab ihm wieder Würde, und belud ein Brieflein fein mit der leichten Bürde. Schlafend hat`s die ganze Nacht weit weg reisen müssen. Als es morgens aufgewacht, kam ein Mund - es küssen." Und zu guter Letzt noch eins von Else Lasker-Schüler, einer Frau, die auch aus scheinbar allen Rahmen gefallen war, aber deren Sehnsucht nach Leben ihr immer wieder Kraft gab (zusammen mit den Menschen, die sie begleiteten natürlich). Es heißt "Weltende". "Es ist ein Weinen in der Welt, als ob der liebe Gott gestorben wär, und der bleierne Schatten, der niederfällt, lastet grabesschwer. Komm, wir wollen uns näher verbergen ..., Das Leben liegt in aller Herzen wie in Särgen. Du, wir wollen uns tief küssen ... Es pocht eine Sehnsucht an die Welt, an der wir sterben müssen." Und noch ein letztes für heute. Ebenfalls von Else Lasker-Schüler: "Maienregen Du hast deine warme Seele um mein verwittertes Herz geschlungen, und all seine dunklen Töne sind wie ferne Donner verklungen. Aber es kann nicht mehr jauchzen mit seiner wilden Wunde, und wunschlos in deinem Arme liegt mein Mund auf deinem Munde. Und ich höre dich leise weinen, Und es ist - die Nacht bewegt sich kaum - als fiele ein Maienregen auf meinen greisen Traum." Herzliche liebe Grüße an alle guten Menschen! Ich denke ja immer, dass alle Menschen gut sind, nur die Umstände, unter denen sie zusammentreffen manchmal so fürchterlich werden, dass sie töten müssen, um zu überleben.... Collapse
Bettina schrieb am 12. Februar 2024
Lieber Konstantin, Milchstraßen lang habe ich gewartet, um dich und Pippo Pollina einmal gemeinsam auf der Bühne mit dem Lied "Terra" zu erleben. Ich habe es bislang nicht geschafft, leider. Aber nun ist etwas vollkommen überraschendes eingetreten, für mich DAS Highlight an Konzerten in diesem Jahr: "Pippo Pollina- Solo in Concerto, "Nell' attimo- Im Augenblick Tour 2024", Savoy Theater, Januar 2024. So habe euch beide auf der Bühne gemeinsam mit diesem Lied erleben dürfen, ohne dass du dabei warst. Nein, nein, ich habe nicht zuviel getrunken- der Rosenmontag ist spurlos an mir vorbeigegangen. 🙂 Schau und höre einfach mal selbst rein, "Terra" zum Dahinschmelzen... Alles Liebe dir, Bettina . https://youtu.be/950NSc3AD0k?si=e4j4ijUhjKBV4wST
Lieber Konstantin, Milchstraßen lang habe ich gewartet, um dich und Pippo Pollina einmal gemeinsam auf der Bühne mit dem Lied "Terra" zu erleben. Ich habe es bislang nicht geschafft, leider. Aber nun ist etwas vollkommen überraschendes eingetreten, für mich DAS Highlight an Konzerten in diesem Jahr: "Pippo Pollina- Solo in Concerto, "Nell' attimo- Im Augenblick Tour 2024", Savoy Theater, Januar 2024. So habe euch beide auf der Bühne gemeinsam mit diesem Lied erleben dürfen, ohne dass du dabei warst. Nein, nein, ich habe nicht zuviel getrunken- der Rosenmontag ist spurlos an mir vorbeigegangen. 🙂 Schau und höre einfach mal selbst rein, "Terra" zum Dahinschmelzen... Alles Liebe dir, Bettina . https://youtu.be/950NSc3AD0k?si=e4j4ijUhjKBV4wST... Collapse
Jutta Radle schrieb am 11. Februar 2024
Lieber Konstantin, wo bist du denn jetzt, wo wir deine Lieder so brauchen auf den Demos und überall? Grade jetzt, wo endlich einmal so viele zuhören würden, denen viel zu lange alles egal war, was sich an Menschenverachtung und dumpfer Phrasendrescherei ausgießt über unsere Gesellschaft. "Mir alle braucher oan, wia du oaner bist!" Spotify und CDs gut und schön, aber jetzt bräuchten wir "Wecker live", der uns Mut macht, uns zusammenhält und auf die Sprünge hilft. Kraftvolle Lieder gegen dumpfe Parolen - das kann niemand so wie du! Jutta
Lieber Konstantin, wo bist du denn jetzt, wo wir deine Lieder so brauchen auf den Demos und überall? Grade jetzt, wo endlich einmal so viele zuhören würden, denen viel zu lange alles egal war, was sich an Menschenverachtung und dumpfer Phrasendrescherei ausgießt über unsere Gesellschaft. "Mir alle braucher oan, wia du oaner bist!" Spotify und CDs gut und schön, aber jetzt bräuchten wir "Wecker live", der uns Mut macht, uns zusammenhält und auf die Sprünge hilft. Kraftvolle Lieder gegen dumpfe Parolen - das kann niemand so wie du! Jutta... Collapse

 
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